IT-Unterstützung bei der Erstellung einer virtuellen Desktopumgebung (VDI) und einer Windows-Migration sowie Qualitätssicherung dieser Dienstleistungen
Auftragsgegenstand.
Der Deutsche Bundestag schreibt Dienstleistungen in zwei Fachlosen im Verhandlungsverfahren nach § 3 EG.
Absatz 3 Buchst. c) VOL/A aus:
Los A: IT-Dienstleistungen, insbesondere für eine Windows-Migration und die Errichtung einer virtuellen.
Desktopumgebung;
Los B: Dienstleistungen der Qualitätssicherung in Bezug auf die IT-Dienstleistungen nach Los A.
1.) Zu Los A
Mit Los A werden IT-Dienstleistungen ausgeschrieben, die.
— die Erstellung eines Feinkonzeptes zur Umsetzung einer modular erweiterbaren.
Desktopvirtualisierungslösung;
— die Migration der Clients von Windows XP auf Windows 7,
— die Unterstützung bei der Beschaffung erforderlicher Software, ggf. Hardware,
— die Unterstützung und Schulung bei der Umsetzung der Desktopvirtualisierung,
— die Einrichtung einer Entwicklungs- und Testumgebung,
— die Errichtung eines VDI-Pilotbetriebes,
— Projektplanungs- und Dokumentationsleistungen sowie,
— auf Anforderung des Auftraggebers zusätzliche Unterstützung zur Erweiterung des Pilotbetriebes vorsehen. Weil derzeit nicht abzusehen ist, ob Windows 8 als Migrationsziel in Betracht gezogen werden soll, ist diese Alternative in den Entwurf der Leistungsbeschreibung über die zu erbringenden Dienstleistungen aufgenommen worden; in diesem Fall werden Leistungspflichten in Bezug auf Windows 7 durchgängig durch solche in Bezug auf Windows 8 ersetzt.
Die Desktopvirtualisierungslösung soll in einen Pilotbetrieb von 500 virtuellen Desktops münden, der auf Anforderung des Auftraggebers innerhalb einer bestimmten Frist ab Fertigstellung des Pilotbetriebes aber noch mit Unterstützung des Auftragnehmers erweitert werden soll. Die Anzahl mit Windows 7 auszustattender Clients beträgt rund 7.500, die Höchstzahl im Wege der zusätzlichen Unterstützung nach Fertigstellung des Pilotbetriebes auszustattender virtuellen Desktops beträgt 7.500.
Im Entwurf der Leistungsbeschreibung, welcher Gegenstand der Verhandlungen mit den zu den Verhandlungen aufgeforderten Bietern sein wird, ist insbesondere ein Katalog von technischen Eigenschaften sowohl für die Windows 7-Zielumgebung als auch die VDI-Umgebung definiert, die aus Sicht des Auftraggebers zwingend sind, ergänzt um wünschenswerte Eigenschaften. Wegen der Vielgestaltigkeit von Lösungsansätzen und der damit verbundenen Möglichkeit, gewünschte Funktionalitäten gegebenenfalls wegzulassen oder anders zu verwirklichen, erscheint aus Sicht des Auftraggebers insbesondere die Umsetzung der technischen Anforderungen ein wesentlicher Gegenstand des Verhandlungsverfahrens zu sein.
2.) Zu Los B
Mit Los B werden Dienstleistungen der Qualitätssicherung in Bezug auf die IT-Dienstleistungen nach Los A ausgeschrieben. Die Qualitätssicherung soll dabei sowohl qualitative Aspekte wie auch solche der Kostenkontrolle umfassen. Dafür ist im Entwurf der Leistungsbeschreibung eine Integration in die Abstimmungsprozesse vorgesehen, die im Wege der Verhandlungen über den konkreten Leistungsgegenstand, namentlich in Abhängigkeit von den Verhandlungen zu Los A, konkretisiert werden sollen.
Dabei sollte Ziel der Verhandlungen eine möglichst effektive Einbindung der Qualitätssicherung sein, ohne dass darüber Verpflichtungen des Dienstleisters für Los A, namentlich in Bezug auf Fertigstellungszeiträume oder Kostenansätze, relativiert oder zumindest erheblich relativiert werden. Hier werden von den für die Verhandlungen aufgeforderten Bieter Lösungsansätze erwartet.
3.) Informationen zur technischen Ausgangslage
Der Deutsche Bundestag betreibt in den 30 Liegenschaften in Berlin eine IT-Infrastruktur mit ca. 7.500 PCs bei ca. 6.500 Anwendern. Von diesen PCs sind ca. 1.500 Geräte Laptops. Etwa 850 PCs befinden sich außerhalb der Liegenschaften des Deutschen Bundestages in Berlin in Dienststellen in Brüssel und Straßburg, in den Wahlkreisen oder an Telearbeitsplätzen und verbinden sich per VPN mit dem Bundestagsnetz.
Die Infrastruktur basiert derzeit auf einer Samba-Domäne mit einem OpenLDAP-Verzeichnisdienst, in Planung ist die Umstellung auf ein Active Directory. Insgesamt sind ca. 560 zum größten Teil virtualisierte Server im Einsatz, wobei sich die Dateiserver in den Berliner Liegenschaften des Deutschen Bundestages befinden und Anwendungsserver und zentrale Dienste an den beiden Rechenzentrumsstandorten zentralisiert sind. Die Backbone-Infrastruktur besteht aus einer Vernetzung aller Liegenschaften mit 10 GE, PCs sind in der Regel mit 100 MBit angeschlossen.
Auf den PCs wird derzeit Windows XP mit Service Pack 3 sowie Microsoft Office 2007 eingesetzt.
Darüber hinaus sind ca. 300 weitere Softwareprodukte, teilweise Eigenentwicklungen, im Einsatz. Für die Softwareverteilung wird derzeit Enteo NetInstall und zukünftig Frontrange DSM 7 verwendet.
4.) Zur Zielumgebung: Windows 7
Mit der Windows 7-Zielumgebung verbindet der Auftraggeber insbesondere folgende Vorstellungen:
— Nutzung von Windows 7 Clients in 32 und 64 Bit,
— Anbindung an ein Active Directory inkl. der Nutzung von Gruppenrichtlinien,
— Verwendung der Softwareverteilung Frontrange DSM 7 zur Installation von Betriebssystem und Zusatzsoftware.
Diese Liste soll eine ungefähre Vorstellung ermöglichen und erhebt – insbesondere vor dem Hintergrund der noch zu führenden Verhandlungen – keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
5.) Zur Zielumgebung: VDI
Mit der VDI-Zielumgebung verbindet der Auftraggeber insbesondere folgende Vorstellungen:
— Errichtung einer hochverfügbaren VD-Infrastruktur,
— Bereitstellung von virtuellen Desktops auf Windows 7-Basis (32 und 64 Bit),
— Installation von Zusatzsoftware mit Frontrange DSM 7, ggf. Nutzung von Applikationsvirtualisierung,
— Integration in das Active Directory,
— weitgehende Automatisierung der administrativen Aufgaben,
— Zugriff auf die virtuellen Desktops von verschieden-artigen Endgeräten (z.B. Tablets, Fat Clients, Thin Clients) mit unterschiedlichen Betriebssystemen innerhalb und außerhalb der IT-Infrastruktur des Deutschen Bundestages,
— umfangreiche Kompatibilitätstests bezüglich Hard- und Software und deren Nutzung innerhalb der VDI,
— Errichtung einer Test- und Entwicklungsumgebung.
Der Auftragnehmer soll vorab einen Pilotbetrieb eine vom Produktivnetz logisch oder physikalisch getrennte Test- und Entwicklungsumgebung einrichten,
— Pilotbetrieb.
Mit Fertigstellung des Pilotbetriebes sollen die wesentlichen Leistungen des Auftragnehmers abgeschlossen sein. Der Pilotbetrieb soll in zwei Phasen aufgeteilt werden:
— in der ersten Phase zumindest 100 VDI-Arbeitsplätze,
— in der zweiten Phase 500 VDI-Arbeitsplätze.
Die VDI-Lösung ist außerdem so zu dimensionieren, dass eine modulare Erweiterung von Hard- und Software auf die Höchstgrenze von bis zu 7.500 VDI-Arbeitsplätzen möglich ist.
Diese Liste soll eine ungefähre Vorstellung ermöglichen und erhebt – insbesondere vor dem Hintergrund der noch zu führenden Verhandlungen – keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
6.) Flexibilität
Auftraggeber und Auftragnehmer sollen flexibel insbesondere auf geänderte Umstände reagieren können, beispielsweise auch von der Verwirklichung bestimmter technischer Eigenschaften absehen können. Für diese Flexibilisierungen soll ein Verfahren in der Leistungsbeschreibung verankert werden.
7.) Eigenleistungen des Auftraggebers
Der Auftraggeber ist grundsätzlich in allen Bereichen der auszuschreibenden Leistungen mit internem oder auch bereits eingesetztem externem Personal tätig. Daher soll die Vertragsdurchführung die Vereinbarung konkreter Teilleistungen vorsehen, die bereits erbrachte oder nach Ermessen des Auftraggebers zu erbringende Eigenleistungen des Auftraggebers berücksichtigt und so den Leistungsgegenstand anpasst und darüber insgesamt erheblich reduzieren kann. Abhängig vom Zeitpunkt der Zuschlagserteilung gilt dies insbesondere für Dienstleistungen zur Verwirklichung der Windows 7-Zielumgebung.
8.) Vergütung
Mangels Bestimmbarkeit des Aufwands bei Angebotsabgabe sollen Leistung in Personentagen abgerechnet werden.
Entwurf einer Leistungsbeschreibung.
Bieter, die einen Teilnahmeantrag gestellt haben, geeignet und in den Kreis der für die Verhandlungen vorgesehenen Unternehmen einbezogen werden, erhalten den Entwurf einer Leistungsbeschreibung zugesandt, die bereits die o.g. Aspekte enthält.
Sowohl die Inhalte dieses Entwurfs einer Leistungsbeschreibung, namentlich auch die vorstehend bezeichneten Vorstellungen des Auftraggebers, als auch die Zuschlagskriterien werden Gegenstand der Verhandlungen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-10-01.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-08-23.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2012-08-23
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Auftragsbekanntmachung
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2014-11-19
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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