Aufbau eines Entscheidungshilfesystems (Decision Support System) für die Wasserstandsvorhersagedienste (IS@WVD)

Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie

Der Betrieb der Wasserstandsvorhersagedienste für die Nord- und Ostsee ist eine Kernaufgabe des BSH, die im Seeaufgabengesetz festgeschrieben ist. Die Erfüllung dieser gesetzlichen Aufgabe dient unmittelbar und mittelbar der Sicherheit und Leichtigkeit der Schifffahrt, dem Schutz von Leben und Werten an der deutschen Küste und dem Schutz des Lebensraumes Meer. Wasserstandsvorhersagen sind zudem für eine Vielzahl von weiteren Nutzern und Kunden von hoher Bedeutung. Die Wasserstandsvorhersagedienste des BSH sind dabei eng mit anderen nationalen und internationalen Diensten vernetzt.
Die Wasserstandsvorhersagen des BSH werden zurzeit auf zwei ganz unterschiedlichen Ebenen erstellt. Einerseits existiert eine vollautomatische Vorhersage auf der Basis von MOS (Model Output Statistics) mit ¼-stündlich aktualisierten 6-Tage-Vorhersagen der Wasserstandsganglinien, andererseits einen IT-unterstützte, von einem diensthabenden Wissenschaftler (dhWiss) manuell erstellte, 4-mal täglich aktualisierte 24-h-Vorhersage der Scheitelwerte unter Berücksichtigung u. a. der MOS-Vorhersagen. Beide Ebenen werden miteinander verknüpft, z.B. im Internet den Nutzern präsentiert; es gibt aber auch andere unabhängige Schnittstellen zu Nutzern. So werden die Sturmflutwarnungen immer noch ausschließlich manuell vom dhWiss gesteuert. Im Projekt IS@WVD geht es um technische Erneuerung und Erweiterung des manuellen Verfahrens. Vorhersagen aus dem MOS-Verfahren werden als Grundversorgung und als wichtige Eingabedaten für IS@WVD verwendet. Das MOS-Verfahren selbst wird unabhängig vom IS@WVD weiterentwickelt und fortgeschrieben.
Für die Erstellung einer Wasserstandsvorhersage wird eine Vielzahl von Daten benötigt. Mehrere Programme zur Datenverarbeitung und eine Anzahl von graphischen Nutzeroberflächen zur Visuali-sierung und Bearbeitung der Daten helfen dem diensthabenden Wissenschaftler bei der Erstellung der Wasserstandsvorhersage. Die Vorhersagen und Sturmflutwarnungen werden dann durch unter-schiedliche Medien an die Nutzer verteilt. Ein derartiges Anwendungsprogramm wird allgemein als Decision Support System (DSS) oder Informationssystem (IS) bezeichnet.
Das IS, welches am BSH seit vielen Jahren für die Wasserstandsvorhersagen genutzt wird, ist in großen Teilen veraltet. Es gibt keine Trennung von Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebung, wodurch Neuerungen zum Teil im laufenden Betrieb getestet werden müssen. Die Abfolge der zur Vorhersage notwendigen Routinen ist linear aufgebaut, wodurch das System stör- und fehleranfällig ist und Neuentwicklungen der letzten Jahre, z. B. MOS und Vorausberechnungen von Gezeitenkurven, nur umständlich und nicht im Rahmen ihres vollständigen Potentials integriert werden konnten. So kann auf wachsende Anforderungen von Schifffahrt und Küstenschutz nicht adäquat reagiert werden. Um die weitere Erfüllung der gesetzlichen Pflichten des BSH (Wasserstandsvorhersagen im Rahmen des Seeaufgabengesetzes) zu gewährleisten, ist ein verlässliches und stabiles DSS oder IS Voraussetzung.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-09-30. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-07-29.

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Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2015-07-29 Auftragsbekanntmachung