„Durchführung eines strategischen Audits zum Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung“
Gegenstand des strategischen Audits: Das BMBF-Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung.
1. Art des Auftrags:
Im Auftrag des BMBF wird im Kontext der Evaluation des BMBF-Rahmenprogramms zur Förderung der empirischen Bildungsforschung ein Dienstleistungsauftrag vergeben. Dabei soll ein strategisches Audit durchgeführt werden, mit dessen Hilfe wesentliche Hinweise für die strategische Weiterentwicklung und evtl. Neuorientierung des Rahmenprogramms gewonnen werden sollen.
2. Aufgaben des strategischen Audits:
Die Frage nach der programmatischen Weiterentwicklung der Förderung der Bildungsforschung durch das BMBF, insbesondere unter der Perspektive der gesellschaftlichen Relevanz der Themen und des bildungspolitischen und –praktischen Anwendungsbezugs von Forschungsergebnissen, soll im Rahmen eines strategischen Audits behandelt werden. Das strategische Audit dient dazu, die Ziele des Programms in Hinblick auf die Strategie des BMBF zu bewerten und aufzuzeigen, wie sich das Rahmenprogramm in dem Bereich der Bildungsforschung sowie der Bildungspolitik und -praxis positionieren soll. Daran anknüpfend sind die in der strategischen Neuausrichtung entwickelten Programmelemente kritisch zu diskutieren und ggf. andere oder weitere thematische Schwerpunkte zu identifizieren, um diese in das neu zu entwickelnde Programmprofil integrieren zu können. Darüber hinaus werden Anstöße für die Entwicklung und Nutzung von Instrumenten u.a. aus dem Wissensmanagement erwartet, die die Stakeholder-Beteiligung (z. B. durch Einbindung unterschiedlicher Zielgruppen von der Themengenerierung bis zur Ergebnisimplementierung), das Programmmanagement und die Lernfähigkeit des Programms verbessern helfen.
Dazu sollen die folgenden Kernfragen beantwortet werden:
— Welche Ziele sollen mit einem zukünftigen Programm zur Bildungsforschung verfolgt werden und wie sind diese strategisch einzuordnen?;
— Mit welchen Maßnahmen und Instrumenten können die Ziele am besten erreicht werden?;
— Welche Erkenntnisse lassen sich aus den Erfahrungen des bestehenden Programms für die strategische Bedeutung, die Zielsetzungen und die Instrumentenwahl ableiten?.
Zur Beantwortung dieser Fragestellungen stellt das BMBF bzw. der DLR Projektträger dem Auftragnehmer und den Auditoren die Ergebnisse einer internen Bilanzierung des Rahmenprogramms anhand ausgewählter zu Leistungsindikatoren zur Vorbereitung des Audits und als Diskussionsgrundlage zur Verfügung. Der Auftragnehmer bereitet die Daten der Bilanzierung mit Blick auf die Rahmenbedingungen und die Wirkungslogik des Programms sowie die Zielerreichung und Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen (u. a. die geförderten Projekte) für die Auditoren auf. Ein Überblick über den Umfang der Bilanzierung wird den Interessenten vom Auftragsgeber zur Verfügung gestellt (s. Kurzinformation zum Rahmenprogramm).
Aufgabe wird es sein, sowohl inhaltliche Vorarbeiten für das Audit zu erbringen, als auch das Auditgremium bestehend aus internationalen Bildungsforschern und nationalen Stakeholdern organisatorisch vorzubereiten, das Auditverfahren durchzuführen und das Ergebnis zu dokumentieren.
a) Inhaltliche Vorbereitung des Audits:
Zur inhaltlichen Vorbereitung des Audits dient zum einen eine vom Auftraggeber erarbeitete Datengrundlage in Form einer (Zwischen-)Bilanzierung. Diese Daten, die Angaben u. a. zu dem wissenschaftlichen Output, den Verwertungsaktivitäten, den Formen der Zusammenarbeit in ausgewählten Förderschwerpunkten und den erreichten Zielen der geförderten Vorhaben enthalten, sind für die Vorbereitung des Audits in Form eines max. 60-zig seitigen Dokuments aufzubereiten. Dafür ist eine enge Abstimmung zwischen Auftragnehmer, Auftraggeber und DLR-Projektträger erforderlich. Zum anderen ist zu prüfen, ob sich aus den bisherigen Ergebnissen und Erfahrungen der geförderten Maßnahmen Erkenntnisse und ggf. Handlungsempfehlungen gewinnen lassen, wie die Bildungsforschung künftig programmatisch ausgerichtet und weiterentwickelt werden sollte und welche Hinweise und Indikatoren unterstützend für die Arbeit der Auditoren herangezogen werden können. Die wichtigsten Punkte dieser Zusammenfassung und Prüfung sind nach Abstimmung mit dem Auftragnehmer zu Beginn des Audits zu präsentieren. Von dem Audit werden insbesondere Erkenntnisse erwartet zu den folgenden thematischen Leitfragen:
— Wie werden das BMBF-Rahmenprogramm und seine Maßnahmen insgesamt von Seiten der Auditorinnen und Auditoren eingeschätzt bzw. eingeordnet (national und international)?;
— Welche Anpassungen und Aktualisierungen der inhaltlichen Schwerpunkte und programmatischen Ansätze sind notwendig, um den Anwendungsbezug und die Praxisrelevanz zu stärken und eine breite Stakeholder-Beteiligung zu verwirklichen?;
— Welche Stakeholder sind für das Programm als Multiplikator sowie als Nutzer von Forschungsergebnissen unverzichtbar und wie werden diese identifiziert? Welche Verfahren und Instrumente sind erforderlich, um diese Stakeholder-Beteiligung zu ermöglichen und die Themengenerierung und -steuerung für zukünftige Förderschwerpunkte stärker an gesellschafts- und bildungspolitischen Bedarfen zu orientieren?;
— Welche Instrumente und Rückkopplungsmechanismen im Programm sind erforderlich, um die Erkenntnisse und Erfahrungen, die in der Laufzeit eines Programms entstehen, im Sinne eines „lernenden Programms“ zu nutzen?.
b) Organisation und Durchführung des Audits:
Der Auftragnehmer hat das zweitägige Audit organisatorisch vorzubereiten und die Durchführung sicherzustellen, zu begleiten und in Form eines Ergebnisprotokolls zu dokumentieren. Methodisch wird das Audit in der Form einer Anhörung durchgeführt, in der vor dem Hintergrund der aufbereiteten Ergebnisse der bisherigen Forschungsarbeiten die vom BMBF vorbereiteten Eckpunkte eines neuen Rahmenprogramms zur Förderung der Bildungsforschung diskutiert, bewertet und ggf. ergänzt werden. Die Zusammensetzung des Gremiums soll fünf (inter-)national angesehene Vertreterinnen und Vertreter aus der Wissenschaft zum jeweiligen Fachgebiet sowie fünf exponierte Vertreterinnen und Vertreter der potenziellen Nutzer-/Zielgruppen des Programms außerhalb der Wissenschaft umfassen. Die Auswahl der Auditoren erfolgt durch den Auftraggeber. Vorschläge des Auftragnehmers für die Besetzung des Auditoriums sind erwünscht. Die im Rahmen der Durchführung des Audits entstehenden Kosten für die Expertinnen und Experten sowie Raum- und Bewirtungskosten werden vom Auftraggeber getragen und müssen nicht in die Berechnung der Evaluationskosten einkalkuliert werden.
c) Workshop und Abschlussbericht:
Kurz nach Durchführung des Audits reflektiert der Auftragnehmer in einem 1-tägigen Workshop gemeinsam mit dem Auftraggeber die Ergebnisse des Audits. Basis dieses Workshops ist eine Kurzzusammenfassung der Ergebnisse (ca. 20 Seiten), die vorab dem Auftraggeber zur Verfügung gestellt wird. Die vollständigen Ergebnisse sind vor Finalisierung des Abschlussberichts (max. 120 Seiten), der für eine Veröffentlichung gemäß dem Corporate-Design-Manual des BMBF geeignet ist, dem Auftraggeber in Bonn zu präsentieren. Dem Abschlussbericht sind die detaillierten Ergebnisse der Vorbereitung und des Audits als Anlage beizufügen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-02-05.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-12-15.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2015-12-15
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Auftragsbekanntmachung
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2016-03-08
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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