Erstellung eines pädagogisches Konzepts inkl. eines medialen Umsetzungskonzeptes unter Einbeziehung der digitalen Möglichkeiten für den Berufswahlpass zu vergeben
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beabsichtigt, für die Koordinierungsstelle Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass/Servicestelle Bildungsketten in der Programmstelle JOBSTARTER beim BIBB [Auftraggeber] im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens mit vorangehendem Teilnehmerwettbewerb einen Auftrag für die Erstellung eines pädagogisches Konzepts inkl. eines medialen Umsetzungskonzeptes unter Einbeziehung der digitalen Möglichkeiten für den Berufswahlpass zu vergeben.
Die Koordinierungsstelle Berufswahlpass ist seit Juli 2014 bei der Servicestelle Bildungsketten angesiedelt. Sie hat die Aufgabe die Belange der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass zu vertreten und die Weiterentwicklung des Berufsorientierungsinstruments Berufswahlpass in Abstimmung mit den Mitgliedern der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass voranzutreiben (s.
www.berufswahlpass.de).
Basis für das bestehende pädagogische Konzept des Mediums Berufswahlpass ist der Aufsatz von Dr. Lumpe „Der Berufswahlpass – ein Instrument zum selbstorganisierten Lernen und eigenverantwortlichem Lernen“ aus dem Jahr 2003 (s.
http://www.berufswahlpass.de/fileadmin/user_upload/pdf/Aufsatz_Berufswahlpass.pdf). Der Berufswahlpass soll demnach nicht nur den Jugendlichen für die Gestaltung seines eigenen Berufswahlprozesses motivieren, er soll auch Schule in die Verantwortung nehmen, Berufsorientierung (BO) als Prozess in die Schule zu verankern, Maßnahmen der Berufsorientierung zu integrieren und als fächerübergreifende Aufgaben zu akzeptieren. Die Jugendlichen wiederum sollen durch die Arbeit mit dem Berufswahlpass darin unterstützt werden, ihren Berufswahlprozess eigenverantwortlich und individuell zu steuern. Dementsprechend besteht der Berufswahlpass aus vier Teilen mit jeweils unterschiedlichen Zielsetzungen:
Teil 1: Angebote zur Berufsorientierung:
— Information zu BO-Angeboten und Ansprechpartnern vorhalten insbesondere auch die Angebote der Bundesagentur für Arbeit (BA) und regionaler Kooperationspartner.
Teil 2: Mein Weg zur Berufswahl:
— Anregung zur Auseinandersetzung mit seinem persönlichen Profil, z. B. über das Kennenlernen der eigenen Stärken und Schwächen und der Verknüpfung von formellen und informellen sowie schulischem und außerschulischem Lernen,
— Anleitungen zur Recherche über Berufe und Berufsfelder,
— Hinweise und Checklisten zur Lernplanung.
Teil 3: Dokumentation:
— Dokumentation der BO-Aktivitäten,
— Anleitungen zur Vorbereitung der Bewerbungsphase.
Teil 4: Hilfen zur Lebensplanung:
— Weitere Hinweise und Informationen für einen Übergang in den Beruf.
Die Jugendlichen sollen die eigene Kompetenzentwicklung bewusst wahrnehmen, Berufswünsche entwickeln und Handlungsmotivation für die Übergangsschritte erfahren, hin zu einer fundierten Berufswahlentscheidung und einem erfolgreichen Übergang.
Zusätzliche gewünschte Effekte sind,
— Präsentation des schuleigenen BO-Konzepts (gegenüber den Schülerinnen und Schülern, Lehrern, den Eltern und externen Partnern),
— Präsentation der BO-Angebote von Kooperationspartnern (auch gegenüber Lehrern und Eltern),
— Beratungshilfe für aufnehmende Stellen (Betrieb, Berufsberater),
— Präsentation der Unternehmen.
Die methodisch-didaktische Umsetzung erfolgt seit 15 Jahren nach folgendem Prinzip: Der Jugendliche bekommt einen Ringbuchordner, gefüllt mit Einlegeblättern nach Wahl der Lehrkraft (aktuell bis zu 56 Blätter) sowie Registerblättern (aktuell vier Registerblätter analog vier Kapiteln). Bei den Einlegeblättern handelt es sich zum einem um Arbeitsblätter (zum Teil als Kopiervorlagen) und zum anderen um Arbeitsanleitungen/-anregungen. Der Berufswahlpass ist Teil des BO-Unterrichts. Die Lehrkräfte steuern den Lernprozess nach Konzepten von lehrerzentrierter Vermittlung bis hin zur Stärkung der Selbstorganisation des Lernenden und Begleitung der individuellen Kompetenzentwicklung. Digitale Möglichkeiten des Selbstlernens sind im aktuellem Konzept Berufswahlpass nicht enthalten.
Die Koordinierungsstelle Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass hat im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Mitgliedern der Bundesarbeitsgemeinschaft den Bedarf einer grundlegenden Neugestaltung ermittelt. Maßgeblich für die Neugestaltung ist, dass nicht nur das Medium – der Berufswahlpass-Ordner – neu konzipiert werden muss, auf der Basis eines neu zu erstellenden pädagogischen Konzeptes unter Einbeziehung der digitalen Möglichkeiten, sondern zu der Neugestaltung des Berufswahlpasses gehören auch Neuausrichtung der Begleitstrukturen, der Arbeitsprozesse und die Verankerung des Berufswahlpasses auf politischer und praktischer Ebene.
Das im Zuge dieses Auftrages zu erstellende pädagogische Konzept muss dem wissenschaftlichen Forschungsstand der Berufswahlforschung und den methodisch-didaktischen Möglichkeiten aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht gerecht werden. Des Weiteren soll der Auftrag in enger Absprache mit dem Auftraggeber und unter Einbindung unterschiedlicher Stakeholder erfüllt werden.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-12-14.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-11-14.
Wer?
Wie?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2015-11-14
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Auftragsbekanntmachung
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