Beschreibung der Beschaffung
Aufgabe der externen Evaluation soll es sein, die Effekte des Bundesprogramms „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher: Nachwuchs gewinnen, Profis binden“ auf die Fachkräftegewinnung und -bindung sowie auf die Qualität der Ausbildungspraxis zu untersuchen. Die Evaluation ist prozessbegleitend und anwendungsbezogen zu gestalten.
Dafür soll im Rahmen des Evaluationsvorhabens Prozess- und Steuerungswissen entwickelt werden, das zur Optimierung der Ausgestaltung und insbesondere Implementation der Maßnahmen im Bundesprogramm beiträgt. Dementsprechend sollen bereits im laufenden Programm (Zwischen)Ergebnisse geliefert werden. Die Zwischenergebnisse sollen möglichst anwendungsbezogen ausgerichtet und den Teilnehmenden des Bundesprogramms in aufbereiteter Form zur Verfügung gestellt werden, um eine möglichst kurzfristige Wirkung in der Umsetzungspraxis des zugrundeliegenden Handlungsfeldes zu entfalten. So kann die Evaluation prozessbegleitend zur Qualitätsentwicklung und -sicherung der Maßnahmen in den Programmbereichen beitragen.
Außerdem soll im Rahmen der Evaluation eruiert werden, wie die teilnehmenden Fachkräfte der einzelnen Programmbereiche ihre beruflichen Positionierungen bewerten und welche Zukunftsperspektiven bzw. berufliche Ausrichtung sie damit für sich verbinden. Damit sollen erste Aussagen im Hinblick auf die Fachkräftegewinnung und den Verbleib der Fachkräfte im System der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung und demnach der Wirksamkeit des Bundesprogramms getroffen werden.
Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit das Bundesprogramm als Modellprogramm Ausstrahlungscharakter hat und direkte sowie nachhaltige Transfereffekte für die Ausbildungsstrukturen in Bundesländern aufweist.
In die Erhebungen zur Evaluation sollen die Perspektiven der jeweils relevanten Akteurinnen und Akteure auf der Ebene der Programmumsetzung (Auszubildende, Träger, Einrichtungen, Fachschulen [ggf.], Verantwortliche aus den zuständigen Landesministerien sowie weitere Expertinnen und Experten) eingebunden werden.
Im Mittelpunkt der Erhebungen stehen demnach die Prozessforschung während der Durchführung der Maßnahmen sowie die Untersuchung der Wirksamkeit, Effektivität und Effizienz der Maßnahmen insgesamt. Dies umfasst insbesondere die:
— evidenzbasierte Herleitung von Gelingensbedingungen und Beispielen guter Praxis für das Erreichen der Ziele des Bundesprogramms,
— Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für die begleitende Programmsteuerung mit dem Ziel der fortlaufenden Optimierung des Programms,
— fachliche Unterstützung der Auftraggeberin bzw. des BMFSFJ,
— prozessbegleitende Erstellung von Arbeitspapieren mit thematischer Schwerpunktsetzung sowie das Verfassen eines Abschlussberichts.
Weiterhin soll die Evaluation Erkenntnisse liefern, wie die einzelnen Länder die Fachkräfteoffensive umsetzen. Dabei sollen besonders die rechtlichen und strukturellen Voraussetzungen im Fokus stehen, die notwendig sind, um die praxisintegrierte vergütete Ausbildung in die Regelsysteme der Länder zu überführen. Die Ausdifferenzierung der Tätigkeitsfelder in den Vergütungssystemen soll ebenfalls abgebildet werden.
Im Zentrum einer möglichen Laufzeitverlängerung der Evaluation bis maximal Ende 2023 steht die Verbleiberhebung der Auszubildenden aus dem Programmbereich 1 sowie die Weiterbearbeitung der Impulse bzw. Entwicklungen im Rahmen des Bundesprogramms in den Bundesländern.