Beschreibung der Beschaffung
Im Rahmen des Projektes aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt (BPBV) schreibt die Stiftung Naturschutz Thüringen die Konzeption und projektbegleitende Durchführung der sozio-ökonomischen Evaluation aus.
Ziel der Projekt-Evaluationen im „Bundesprogramm Biologischen Vielfalt“ (BPBV) ist es, anhand geeigneter Indikatoren bzw. Messgrößen die erreichten Ziele zu dokumentieren und damit den Projekterfolg zu beurteilen. Als Teil des Projektmanagements sollen Evaluationen auch dabei helfen, während der Projektdurchführung auf Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen, bzw. mögliche Verbesserungen oder Anpassungen während der Projektumsetzung zu erkennen. Darüber hinaus werden durch die Evaluationen konzeptionelle Überlegungen und Projektziele geschärft. Die Evaluation ist auf Grundlage sozio-ökonomischer Kriterien zu planen und durchzuführen.
Bei dem sozio-ökonomischen Evaluierungskonzept soll vor allem die soziale und wirtschaftliche Dimension des Projektes untersucht werden. Darüber hinaus sind aber auch andere Aspekte wie beispielsweise der Wissensstand und der Mobilisierungsgrad der Zielgruppen des Projektes bei der Evaluierung von Interesse. Hier stehen der Mensch und sein Handeln im Mittelpunkt der Betrachtungen. Besonders wichtig ist hierbei, dass die unterschiedlichen Zielgruppen, welche während der Projektphase angesprochen, miteingebunden und idealerweise aktiv werden, getrennt in die Evaluierung einfließen.
Eins der vier Hauptziele des Projektes (vgl. Projektbeschreibung S. 6) ist die Sensibilisierung der regionalen Akteure für die Bedeutung von Saumbiotopen für den Biotopverbund und den Wert dieser Strukturen für den Erhalt und die Erhöhung von Ökosystemleistungen in der Agrarlandschaft.
Durch verschiedene öffentliche Veranstaltungen und Einzelberatungen in den Projektregionen sowie durch direkte Kontaktaufnahme vor allem mit Landwirten/Landwirtinnen, aber auch Bürgern/Bürgerinnen, Gemeindevertretern/Gemeindevertreterinnen, Flächeneigentümern/Flächeneigentümerinnen und sonstigen relevanten regionalen Akteure soll eine Stärkung des Bewusstseins zur Bedeutung von Saumbiotopen in der Agrarlandschaft, des Wertes dieser Strukturen (u. a. ökologische Serviceleistungen – Ökosystemleistung) sowie der Bedeutung des Biotopverbundkonzeptes vermittelt werden. Außerdem wird durch die zu gründenden lokalen Arbeitsgruppen in den jeweiligen Projektregionen sowie die übergeordnete Projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG) ein breites Spektrum an lokalen Akteuren eingebunden und damit am Prozess der Umsetzung der geplanten Maßnahmen beteiligt. Darüber hinaus soll durch die Vermittlung von Wissen zur Thematik der Saumbiotope eine Veränderung im Denken und Handeln in den oben angesprochenen Zielgruppen erreicht werden. Hierzu trägt auch die Etablierung von Feldrain-Patenschaften bei.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen Auftragnehmer, Auftraggeber und Projektpartner ermöglicht Synergien im Rahmen der Bearbeitung. Erfasste Daten von Projektpartnern beispielsweise hinsichtlich Zählungen von Teilnehmern, Anzahl der Veranstaltungen können zugearbeitet werden.
Zunächst erfolgt eine Beratung zum Leistungsumfang und die damit verbundene Aufstellung des Feinkonzeptes.
Bausteine des Projektes die evaluiert werden können:
Lokale Arbeitsgruppen
In den zu gründenden lokalen Arbeitsgruppen der jeweiligen Pilotregionen soll ein breites Spektrum an lokalen Akteuren eingebunden werden. Bei den geplanten öffentlichen Veranstaltungen in den Projektregionen sowie durch direkte Kontaktaufnahme sind vor allem Landwirte/ Landwirtinnen, Bürger/ Bürgerinnen, Gemeinden und sonstige relevante regionale Akteure als Zielgruppen vorgesehen. Projektziel ist dabei, eine zielgruppengerechte Vermittlung der Bedeutung von Saumbiotopen in der Agrarlandschaft, des Wertes dieser Strukturen (u. a. ökologische Serviceleistungen – Ökosystemdienstleistung) sowie der Bedeutung des Biotopverbundkonzeptes. Darüber hinaus soll durch die Vermittlung von Wissen zur Thematik der Saumbiotope eine Veränderung im Denken und Handeln in den oben angesprochenen Zielgruppen erreicht werden. Eine Wissensanreicherung wäre die erste angestrebte Stufe und würde über die Einstellungsänderung bis hin zum aktiven Handeln ihr Optimum erreichen. Projektspezifische sozio-ökonomische Indikatoren sind die Teilnehmerzahlen pro angebotener Veranstaltung bzw. Beratung, der dabei errungene Wissensgrad, die Teilnehmerzahl bei der aktiven Umsetzung, beispielsweise auch die Zahl der angelegten Tagfaltertransekte (im Rahmen des Citizen-Science Projektes) und die Anzahl der optimierten bzw. neu angelegten Saumbiotope (Ökologische Evaluation – nicht Auftragsbestandteil).
Problematisch bei der Umsetzung naturschutzrelevanter Maßnahmen wie der (Neu-) Anlage von Saumbiotopstrukturen in landwirtschaftlich genutzten Flächen ist die Unsicherheit bzw. die Sanktionsgefahr bzgl. der Kompatibilität der Maßnahmenanforderungen mit dem landwirtschaftlichen Fach- und Förderrecht (vgl. hierzu Punkt 3.3 im Projektantrag). Hinzu kommt, dass in der Schaffung neuer Saumbiotopstrukturen auch wirtschaftliches Verlustpotenzial gesehen wird. Ziel in diesem Projekt ist es daher auch, anhand konkreter Flächenbeispiele die ggf. auftretenden administrativen (fördertechnisch relevanten) Probleme zu dokumentieren, nach Lösungswegen zu suchen oder ggf. den Lösungsbedarf an den geeigneten und dafür zuständigen Stellen aufzuzeigen. In der Projektlaufzeit sollen Pflegeempfehlungen für Saumbiotope unter wirtschaftlichen Aspekten für die Zielgruppen erarbeitet werden, damit auch eine Umsetzung ohne wirtschaftliche Einbußen erfolgen kann. Jedoch ist dies nur dann erfolgreich, wenn es auch an die entsprechenden Zielgruppen praxisbezogen vermittelt wird, damit dieses erreichte Projektziel auch in der Praxis umgesetzt werden kann.
Citizen Science
Zusammen mit unserem Kooperationspartner dem Helmholtz-Zentrum Umweltforschung GmbH (UFZ) soll im Rahmen des geplanten Citizen Science – Konzeptes Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung im Rahmen des Projektes umgesetzt werden.
Folgende Maßnahmen sind in diesem Zusammenhang geplant:
— Vermittlung von Artenkenntnissen bei Tagfaltern und
— Erfassung der Schmetterlingsvorkommen im Rahmen des Tagfalter-Monitorings.
Auswertung allgemeine Öffentlichkeitsarbeit
Während der Projektlaufzeit werden öffentlichkeitswirksame Materialien erstellt.
Dazu gehören:
Zu den zu erstellenden allgemeinen Informations- und Werbematerialien sowie die damit zusammenhängende Beschaffung gehören: Stifte mit Projektnamen (Kugelschreiber und Bleistifte), Aufkleber, Handzettel, kleine Broschüren, Materialien für Kinder (Arbeitsblätter, Merkblätter, Buntstifte, Radiergummi, Spitzer)
Die Erstellung und Beschaffung einer bedruckten Messewand und eines bedruckten Stehtisches mit dem Projektlogo wird beauftragt.
Die Beauftragung einer Broschüre für den geplanten Praxisleitfaden (zur Anlage und Pflege artenreicher Säume) erfolgt.
Zur Gesamtpräsentation des Projektes sollen mindestens 4 Roll-Ups entstehen.
Der erste Flyer soll inhaltlich das Projekt vorstellen und der zweite Flyer soll folgende Frage und deren Beantwortung aufgreifen: Wie können Ackerraine die biologische Vielfalt verbessern?
Zudem veröffentlichen die Verbundpartner Projektinformationen auf der eigenen Website. Die Stiftung Naturschutz Thüringen richten außerdem Social-Media-Kanäle (Instagram, Facebook) zur Steigerung der Reichweite des Projektes in der Öffentlichkeit ein. Weiterhin werden regelmäßig Pressemitteilungen erstellt und durch die Verteiler der Verbundpartner und/ oder Fördermittelgeber veröffentlicht. Tagungen, Präsentationen und Beratungen wird es während der Projektlaufzeit geben.
Feldrain-Patenschaften
Ein Ziel des Projektes ist die Schaffung eines Bewusstseins für die Bedeutung von Saumbiotopen für den Biotopverbund und den damit verbundenen Ökosystemleistungen in der Agrarlandschaft. Eine aktive Einbindung von Akteuren soll auch durch den Aufbau von Feldrain-Patenschaften ermöglicht werden. In diesem Zusammenhang sollen Heimat-, Fischerei-, Jagd- und Ortsvereine, Grund- und Weiterführende Schulen sowie Kindergärten in den jeweiligen Regionen zur Vermittlung der Thematik als auch zur Gewinnung von aktiven Ehrenämtlern aktiviert werden. Über die Projektlaufzeit sollen mindestens sechs „Feldrain“-Paten pro Projektgebiet gefunden werden. Die Patenschaft kann die aktive Pflege des Feldrains beinhalten, hierfür sollen über das Projekt Sensenkurse organisiert werden und Sensen leihweise zur Verfügung gestellt werden. Die „Feldrain-Paten“ könnten außerdem an Infotagen die Lokalbevölkerung zu dem Thema aufklären, Arterfassungen durchführen (z.B. über das Tagfalter-Monitoring – siehe 3.2. oder über die „Flora Incognita“ App) und sollen „ihren“ Feldrain auch über die Projektlaufzeit hinausbegleiten und schützen. Bei ihren Tätigkeiten werden sie durch die Natura 2000-Stationen unterstützt und sollen immer weiter zu eigenständigem Handeln hin gefördert werden.
Die Erhebung der sozio-ökonomischen Evaluation soll prozessbegleitend erfolgen, aber auch einen Vorher-Nachher-Vergleich ermöglichen.