Kurze Beschreibung
Die Integrierte Gesamtschule "Johann Wolfgang von Goethe" in Wismar besteht aus mehreren Gebäudeteilen,
die ursprünglich Teil der ehemaligen Klosteranlage des Dominikanerklosters "Schwarzes Kloster" waren bzw.
an deren Stelle neu errichtet wurden. Der mehrteilige Schulbaukörper wird einschließlich der angrenzenden
Gebäudeteile des "Schwarzen Klosters" als Einzeldenkmal unter der Adressbezeichnung "Bei der Klosterkirche
8" geführt. Der Chor der ehemaligen Klosterkirche ist in seinen wesentlichen konstruktiven Bestandteilen erhalten
und wurde beim Schulbau 1878-80 funktional in diesen integriert. Es handelt sich um einen einschiffigen,
dreijochigen Bau mit einem unregelmäßigen 5/8-Chorabschluss. Der sakrale Kirchenraum wurde in seiner
Raumhöhe durch den Einbau einer Holzbalkendecke horizontal in zwei Geschosse geteilt. Das untere
Geschoss wurde als Turnhalle, das obere Geschoss als Aula ausgebaut.
Als Schulhauptgebäude wird das 1880 neu errichtete Schulgebäude bezeichnet, welches sich anstelle des
früheren Kirchenschiffes westlich an den Chor anschließt.
Die Nord- und West-Fassaden sind mit vielfältigen, teils neogotischen Zier- und Gliederungselementen
ausgestattet. Sie sind das repräsentative Bild zum öffentlichen Straßenraum. Im zweiten Weltkrieg wurde
der Gebäudekomplex an zwei Stellen stark beschädigt. Ein Bombentreffer zerstörte am Hauptgebäude den
Bereich zwischen Mittelrisalit (Haupteingang) und Turnhalleneingang komplett durch alle Geschosse. Ein
weiterer Treffer beschädigte im Nebengebäude die östliche Fassade des Treppenhauses und die angrenzende
Klassenraumachse nördlich des Treppenhauses. Beide Bereiche wurden nach dem Krieg ca. 1 949/50 wieder
hergestellt. Dabei wurde die historische Fassadenornamentik vereinfacht und die Konstruktion von Decken und
der Treppenhausfassade teilweise verändert.