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Bezeichnung des Auftrags durch den Auftraggeber: Projekt Interface-Interreg IVA südliche Ostsee. Externe Projektassistenz, d. h. Projektkoordination und partielle inhaltliche Betreuung sowie finanztechnische Abwicklung und Beratung, zur Unterstützung einer transnationalen Projektgemeinschaft im Rahmen eines bewilligten Interreg IV-A Projektes. Das Transportaufkommen von Fußgängerpassagieren auf Ostseefähren hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich abgenommen – nicht zuletzt aufgrund der fast ausschließlich auf Fracht und Kraftfahrzeuge ausgerichteten Fährreedereien. Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern, einer bisher relativ kleinen Zielgruppe, wurden stark vernachlässigt. Dies hat unter anderem zur Folge, dass Personen mit eingeschränkter Mobilität nur wenig an grenzüberschreitenden Fährverkehren partizipieren können bzw. davon ganz ausgeschlossen sind. Soll die Anzahl der Fußgänger auf den Fähren (wieder) steigen, kann dies nur über entsprechende Verbesserungen in der Servicequalität und sowie der Verkehrsinfrastruktur geschehen. Hier setzt das Projekt INTERFACE an, das im April 2009 im Rahmen des South Baltic Cross-Border Programms 2007-2013 (Interreg IVA) genehmigt wurde. 22 Partner aus Deutschland, Schweden, Dänemark, Polen und Russland, bestehend aus lokalen und regionalen Gebietskörperschaften, Verkehrsbetreibern und Häfen bilden in Kooperation mit den Fährgesellschaften Scandlines, TT-Line und Stena Line eine starke Partnerschaft. Lead Partner des Projektes ist die Hansestadt Rostock, die als solche die Außenvertretung des Projektes (u. a. gegenüber der EU) darstellt und für die Organisation der Zusammenarbeit verantwortlich zeichnet. Gemeinsam hat man sich zum Ziel gesetzt, den autolosen Passagierverkehr in der südlichen Ostsee, wieder zu einer komfortablen, preiswerten und umweltfreundlichen Reisealternative zu entwickeln. Attraktive Verkehrsverbindungen, die für jeden zugänglich und einfach zu erreichen sind, stellen dabei eine wesentliche Voraussetzung dar. Ziel ist es, die Servicequalität in den Häfen/Terminals für Passagiere zu verbessern sowie Lücken zwischen land- und seeseitiger Erreichbarkeit gerade für Fußgänger und Radfahrer zu schließen. Dies verlangt neben einer verkehrsträgerübergreifenden Fahrplanabstimmung auch die Verbesserung der Passagierinformation und gegebenenfalls die Bereitstellung zusätzlicher Shuttledienste. Neben der Steigerung der Fahrgastzahlen erwarten die Projektpartner von den geplanten Initiativen insbesondere die dauerhafte Etablierung von grenzüberschreitenden Netzwerken sowie ein stärkeres Zusammenwachsen der Regionen und Städte im südlichen Ostseeraum. Das Projekt ist auf eine Dauer von 3 Jahren ausgelegt (April 2009 bis ca. März 2012). Gegenstand der Ausschreibung ist die Unterstützung der Partner dieses Projektes im Rahmen der transnationalen Aktivitäten bis zum Abschluss der einzelnen Vorhaben. Die erforderlichen Fachleistungen (Geographie, Volkswirtschaft, Logistik, Soziologie, Stadtplanung) sind Gegenstand eines Kettenvertrages; die Leistungen sind in den Sprachen Deutsch und Englisch zu erbringen, Russisch-, Polnisch- und Schwedischkenntnisse sind dennoch eindeutig von Vorteil. Eine ausführliche Aufgabenbeschreibung, einschließlich der entsprechenden Interreg-Unterlagen kann beim Auftraggeber abgefordert werden.