"Analyse der zukünftigen Arbeitskräftenachfrage und des -angebots in Deutschland auf Basis eines Rechenmodells"
a) Hintergrund des Auftrages:
Das Thema Arbeitskräftesicherung gewinnt aktuell durch die Erholung des Arbeitsmarktes nach der Wirtschafts- und Finanzkrise an Bedeutung. Aufgrund des demografischen Wandels, und eines damit einhergehend sinkenden und im Durchschnitt älteren Arbeitskräfteangebots, zeichnet sich auch eine langfristig zunehmende Bedeutung ab. Die Schwierigkeiten der Unternehmen bei der Deckung ihres Arbeitskräftebedarfs könnten wachsen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, regelmäßig und dauerhaft transparente, detaillierte und wissenschaftlich fundierte Einschätzungen über die zukünftige Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Arbeitskräftenachfrage und des -angebots in Deutschland abgeben zu können. Ein Prognosemodell kann als Frühwarnsystem dienen, um mögliche Arbeitskräfteengpässe besser abzuschätzen und zielgerichtete und bedarfsgerechte Maßnahmen zur Arbeitskräftesicherung, z.B. im Bereich der Aus- und Weiterbildung, der beruflichen Umorientierung oder der Arbeitskräftemigration, abzuleiten. Zum Thema Analyse des aktuellen und zukünftigen Arbeitskräftebedarfs wurde für das BMAS eine Vorstudie „Konzept für ein Instrumentarium zur Feststellung des aktuellen und des zukünftigen Arbeitskräftebedarfs“ erstellt, die unter
http://www.bmas.de/portal/50566 abrufbar ist. Die Inhalte dieser Studie sind nicht leitend für diese Ausschreibung. Vielmehr werden von dem Bewerber eigene Ideen erwartet.
b) Leistungsbeschreibung:
Die Analyse der zukünftigen Arbeitskräftenachfrage und des -angebots hat folgende Anforderungen zu erfüllen:
Differenzierte Abbildung beider Marktseiten:
Ausgehend von einer detaillierten Analyse der Ist-Bestände von Arbeitsangebot und -nachfrage sollen zukünftige Zu- und Abgänge vorausgeschätzt werden, um mögliche Engpässe oder Überangebote zu antizipieren. Hierbei sollten erkennbar werden.
— der Ersatzbedarf, der sich aus dem Rückzug von Erwerbstätigen aus dem Arbeitsmarkt etwa auf Grund von Ruhestand, oder Auswanderung ergibt,
— der (positive oder negative) Expansionsbedarf, der aus wachsender oder schrumpfender Nachfrage der Unternehmen in einzelnen Arbeitsmarktsegmenten folgt und
— das Neuangebot an Arbeitskräften, das sich etwa aus nachwachsenden Jahrgängen, steigender Erwerbsbeteiligung oder Zuwanderung speist.
Zudem sollten auch Ausgleichsprozesse wie der Abbau von Arbeitslosigkeit oder Berufswechsel berücksichtigt werden. Die Auswertungen sollten dabei differenziert nach Branchen, Berufen, Regionen, Qualifikationen und Unternehmensgrößen erfolgen. Angebot und Nachfrage müssen miteinander kompatibel abgegrenzt und in den Definitionen für Berufe, Qualifikationen, Branchen, Unternehmensgrößen und Regionen vergleichbar sein, so dass eine Saldierung möglich wird. Es ist begründet vorzuschlagen, welche dieser Merkmale in welcher Abgrenzung und welcher Gliederungstiefe erfasst werden sollen.
Umfassende Darstellung der künftigen Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes:
Das Prognosemodell soll den deutschen Arbeitsmarkt möglichst vollständig erfassen. Alle Branchen, Regionen, Berufe, Qualifikationen, Unternehmensgrößen und Beschäftigungstypen sind möglichst umfassend abzubilden.
Zeitraum:
Das Prognosemodell sollte die erwartete Entwicklung beider Marktseiten möglichst ab 2015 in Fünfjahresschritten bis maximal 2030 darstellen. Sofern möglich, sollten zusätzlich auch Aussagen für die mittlere Frist bis 2015 gemacht werden können.
Dauerhaft- und Regelmäßigkeit:
Das Prognosemodell soll auf eine dauerhafte Anwendung ausgerichtet sein und die Analysen sollen regelmäßig aktualisierbar sein. Aus den Ergebnissen sollen möglichst konkrete künftige Entwicklungen und Tendenzen auf dem Arbeitsmarkt erkennbar sein.
Transparenz:
Die den Berechnungen zugrunde liegenden Annahmen müssen transparent dargelegt werden und die Methoden zur Berechnung nachvollziehbar und umfassend beschrieben werden. Es sollte geprüft werden, ob die Annahmen der Bundesregierung, etwa zur mittelfristigen Finanzplanung, in den Modellrechnungen berücksichtigt werden können.
Verständliche Darstellung der Ergebnisse:
Das Angebot und die Auftragsleistung sind in deutscher Sprache zu erbringen. Die Ergebnisse müssen verständlich und in deutscher Sprache umfassend dargelegt werden.
Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Instituten:
Die Ergebnisse des Prognosemodells werden in den „Trendreport Arbeitskräftesicherung“ der Bundesregierung einfließen. Dieser Report wird auch Aussagen zur aktuellen Arbeitskräftenachfrage und zum -angebot beinhalten. Damit eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse hinsichtlich der möglichen Dimensionen Branche, Beruf, Region, Qualifikation und Unternehmensgröße für den Leser des Reports möglich ist, wird eine Abstimmung dieser Dimensionen zwischen dem Auftragnehmer für die Entwicklung des Prognosemodells und dem Auftragnehmer für die Analyse des aktuellen Arbeitskräfteangebots und der -nachfrage notwendig sein.
c) Zeitlicher Umfang der Aufgabe:
Der Zeitraum der Leistungserbringung zur Analyse der zukünftigen Arbeitskräftenachfrage und des -angebots läuft von Juni 2011 bis Ende 2014. Erste Ergebnisse zur Analyse der zukünftigen Arbeitskräftenachfrage und des -angebots müssen Ende 2012 vorliegen.
d) Verlängerungsoption:
Die Auftraggeberin behält sich eine Vertragsverlängerung um maximal 24 Monate vor. Diese wird unter anderem von der Verfügbarkeit der benötigten Haushaltsmittel abhängen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-03-17.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-02-16.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2011-02-16
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Auftragsbekanntmachung
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2011-11-21
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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