FE 15.0507 Abgleich meteorologischer Messgrößen an Bundesfernstraßen mit Rasterdaten klimatologischer Prognosemodelle
Problem/Ziel/Nutzen.
Regionale Klimaprojektionen liefern Klimadaten als Mittelwerte für 10 x 10 km² große Raster, die über Deutschland gelegt sind. Ob Belastungsgrenzen im Straßenaufbau oder bei Ingenieurbauwerken überschritten werden, lässt sich jedoch nur durch tatsächlich an der Straße auftretende Ereignisse beurteilen. Benötigt werden deshalb Projektionen, welche direkt die witterungsbedingten Verhältnisse an der Fahrbahn bzw. dem Ingenieurbauwerk angeben.
In diesem Projekt sollen Algorithmen entwickelt werden, mit denen Rasterwerte klimatologischer Projektionen auf die Verhältnisse am Straßen- bzw. Bauwerkskörper umgerechnet werden können. Da es vermutlich je nach Landschaftstyp, Bodennutzung und Straßensituation mehrere Algorithmen zu entwickeln gilt, kann das Projekt primär auf die Parameter Temperatur und Niederschlag beschränkt werden.
Ausgehend von diesen Parametern sollen die Ergebnisse des Vorhabens realistische Risi-kobeurteilungen für die Straßeninfrastruktur und den Verkehr ermöglichen.
Vorgehen:
Insbesondere Standorte mit hohen zu erwartenden, extremen Temperaturverläufen in der Straßendecke und bei Ingenieurbauwerken, sowie niederschlagsreiche Standorte sollen in Umgebungen mit unterschiedlicher Bodennutzung, berücksichtigt werden. Diese Standorte sind aufgrund von Projektionen verschiedener Regionalmodelle (REMO, WETTREG, CLM, STAR) auszuwählen. Für die Bereitstellung der Projektionsdaten ist eine Unterstützung durch ein weiteres Projekt der BASt vorgesehen, welches nicht aus Projektmitteln finanziert werden muss. Bei den Niederschlägen ist zu beachten, dass schon sehr kurzzeitige, aber intensive Ereignisse zum Versagen der Straßenentwässerung bzw. dem Verkehrsfluss (Aquaplaninggefahr) führen können.
Die exemplarischen Standorte liegen in Rastern, die durch die jeweiligen Regionalmodelle vorgegeben werden. Zunächst muss für diese Raster aus den Aufzeichnungen vorhandener Wetterstationen ein Mittelwert der Temperatur bzw. des Niederschlages gebildet werden, der mit der Angabe aus dem jeweils zugrunde gelegtem Regionalmodell vergleichbar ist. Korrespondierend zu diesen errechneten Mittelwerten sind die zum gleichen Zeitpunkt herrschenden, tatsächlichen Temperaturen und Niederschläge an der Straße zu messen, wobei die Temperatur in 2 m Höhe sowie an der Oberfläche der Fahrbahn zu erfassen ist. Hierzu sind an Fahrbahnrändern und Bauwerken Erfassungseinheiten mit automatischer Aufzeich-nung anzubringen. Für die Niederschläge wird von einer geringeren Anzahl von Messstellen ausgegangen.
Aus den errechneten Rastermittelwerten (Wetterstationen) und den am jeweiligen Objekt gemessenen Temperaturen/Niederschlägen sollen Algorithmen entwickelt werden, die die Beziehung zwischen beiden Größen beschreiben. Bei den zu entwickelnden Algorithmen sind die Topografie, Bodennutzung, Exposition und andere relevante Parameter der Umgebung zu berücksichtigen. Es sollen objektbezogene Projektionen der Temperatur/des Niederschlages auf Basis der mit regionalen Klimamodellen projezierten Angaben möglich werden. Es ist vorgesehen einen kompletten Jahresgang zu erfassen.
Zeitrahmen: 30 Monate.
Kostenrahmen inkl. MwSt.: 260 000,00 EUR.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-09-19.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-07-28.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2011-07-28
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Auftragsbekanntmachung
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