Situation und Entwicklung der betrieblichen Altersvorsorge in der Privatwirtschaft und im öffentlichem Dienst 2001-2011
Situation und Entwicklung der betrieblichen Altersversorgung in der Privatwirtschaft und im öffentlichem Dienst 2001-2011.
Hintergrund und Ziele des Forschungsvorhabens.
Das Ziel des Forschungsvorhabens besteht darin, die erforderlichen Erkenntnisse und Aussagen zur betrieblichen Altersversorgung für den Alterssicherungsbericht 2012, Teil D „Steuerliche Förderung und Grad der Verbreitung von betrieblicher und privater Altersvorsorge“, bereitzustellen. Der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu vergebende Auftrag soll dementsprechend umfassende Informationen über den aktuellen Stand von Verbreitung und Umfang der betrieblichen Altersversorgung zur Verfügung stellen.
Zu diesem Zweck soll das Forschungsvorhaben die Erfassung von Informationen zur betrieblichen Altersversorgung fortführen, welche bereits bis einschließlich 2007 erhoben worden sind. Im Rahmen von aufeinander abgestimmten Teilerhebungen sind in den Jahren 2011 und 2012 die entsprechenden Daten zum einen durch eine repräsentative Befragung von Arbeitgebern der Privatwirtschaft und zum anderen durch Erhebungen bei sämtlichen Trägern der betrieblichen Altersversorgung zu gewinnen und auszuwerten.
Art und Umfang der Leistung.
Mit dem Forschungsvorhaben sollen empirische Daten zur Situation und Entwicklung der betrieblichen Altersversorgung für die Privatwirtschaft sowie für die Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes erhoben werden. Hierfür soll eine repräsentative Erhebung bei Arbeitgebern der Privatwirtschaft (Arbeitgeberbefragung) und Vollerhebungen (soweit sinnvoll) bei den Versorgungsträgern der betrieblichen Altersversorgung (Trägerbefragung) durchgeführt werden.
Im Ergebnis sind insbesondere.
— die Anzahl und der Anteil der Beschäftigten mit mindestens einer Anwartschaft auf eine betriebliche Altersversorgung zu ermitteln und
— Informationen über die Finanzierung der Anwartschaften zu gewinnen.
Außerdem ist aufzubereiten:
— wie sich die betriebliche Altersversorgung seit in Kraft treten des Altersvermögensgesetzes entwickelt hat und
— in welchem Umfang die steuerliche Förderung nach § 10a oder Abschnitt XI und § 3 Nr. 63 des Einkommensteuergesetzes in Anspruch genommen worden ist.
Folgende Leistungen sind zu erbringen:
1. Die Konzeption der Gesamtuntersuchung.
Der Auftragnehmer erstellt das Befragungs- und Erhebungskonzept. Hierbei sollen die Ergebnisse der Vorgängeruntersuchungen „Situation und Entwicklung der betrieblichen Altersversorgung in Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst 2001-2004“ (BAV 2004) und „Situation und Entwicklung der betrieblichen Altersversorgung in Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst 2001–2007“ (BAV 2007) als Grundlage dienen. Diese Studien sind unter
www.bmas.de mit dem Code F384 bzw. F345 abrufbar.
2. Erhebung zu verschiedenen Stichtagen.
In den Jahren 2009, 2010 und 2011 ist jeweils ein Erhebungsstichtag im Dezember festzulegen. Für 2012 sollen Arbeitgeber bzw. Träger eine Kurzeinschätzung des Trends gegenüber 2011 geben.
3. Ermittlung der Anzahl und des Anteils der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einer Anwartschaft der betrieblichen Altersversorgung und der Beitragshöhe.
Durch die Arbeitgeberbefragung ist jeweils für die vorgegebenen Stichjahre, wie in den o.a. Erhebungen BAV 2004 und BAV 2007, die Anzahl und der Anteil der Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft mit betrieblichen Versorgungszusagen zu ermitteln. Dabei ist grundsätzlich zu differenzieren nach:
— Branchen und Betriebsgrößen,
— Durchführungswegen,
— Art der Finanzierung,
— Frauen und Männern sowie — alten und neuen Ländern.
Von besonderem Interesse sind auch die Anzahl und der Anteil von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Entgeltumwandlung.
Durch die Trägerbefragung ist für die vorgegebenen Stichjahre, wie in der o.a. Erhebung BAV 2007, die Anzahl der Personen mit Anwartschaften, die Anzahl der aktiv Versicherten und die Beitragshöhe zu ermitteln. Darüber hinaus ist die Anzahl der Anwartschaften zu erfragen. Bei den einzelnen Trägern der folgenden Durchführungswege ist eine Befragung durchzuführen:
Pensionskassen,
Pensionsfonds,
Zusatzversorgungsträgern im öffentlichen Dienst.
Für Direktzusagen sowie Unterstützungskassen haben die Erhebungen auf Basis der Daten des Pensionssicherungsvereins zu erfolgen.
Für Direktversicherungen sind die Daten auf Basis der Geschäftsstatistiken des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sowie durch fundierte Schätzungen zu ermitteln. Hierfür sind Expertengespräche sowohl mit Verbandsvertretern als auch mit Vertretern einzelner Versicherer zu führen.
Option:
Als optionale Leistung ist zusätzlich eine flächendeckende Befragung der Direktversicherer, wie sie bei der BAV 2004 durchgeführt wurde, im Angebot darzustellen und ihr Preis gesondert auszuweisen. Die Option wird gezogen, sofern das Konzept zur Befragung der Direktversicherer als erfolgversprechend und angemessen einzuschätzen ist und die erforderlichen Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.
Hinsichtlich der Fallzahlen ist für alle Durchführungswege nach Inanspruchnahme der Entgeltumwandlung sowie nach Art der staatlichen Förderung zu differenzieren.
Die Option muss Bestandteil des Angebotes sein. Angebote ohne Option können, unabhängig von der Inanspruchnahme der Option, nicht gewertet werden.
4. Überarbeitung der Erhebungsinstrumente.
Der Auftragnehmer überarbeitet die Erhebungsinstrumente. Hierbei ist die Vergleichbarkeit mit den früheren Erhebungen sicherzustellen. Die Auftraggeberin stellt die Fragenkataloge der vorangegangenen Erhebungen als Arbeitsgrundlage zur Verfügung. Vom Auftragnehmer wird erwartet, dass erforderliche Anpassungen vorgenommen werden. Beispielsweise sind zwischenzeitliche Rechtsänderungen zu beachten und aktuelle Fragestellungen zu berücksichtigen. Der endgültige Fragenkatalog ist mit der Auftraggeberin abzustimmen.
5. Stichprobenkonzeption und -ziehung für die Arbeitgeberbefragung.
Die Grundgesamtheit der Arbeitgeberbefragung bilden alle Betriebsstätten der Privatwirtschaft in Deutschland, die am 31.12.2011 mindestens einen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten haben. Bei der Stichprobenziehung sind sämtliche Branchen und Betriebsgrößenklassen der Privatwirtschaft einzubeziehen. Dabei ist eine Nettostichprobe von mindestens 3.000 auswertbaren Fragebögen sicherzustellen.
6. Durchführung der schriftlichen Arbeitgeber- und Trägerbefragung.
Der Auftragnehmer führt die schriftliche Arbeitgeber und Trägerbefragung eigenständig durch. Eine hohe Teilnahmequote der befragten Arbeitgeber und Trägereinrichtungen ist sicherzustellen. Dies beinhaltet die Übersendung des Fragebogens mit einem Anschreiben zur Information und Motivierung der zu Befragenden, Erinnerung von Nichtantwortenden, ggf. nochmalige Übersendung des Fragebogens zur Erinnerung. Eine hohe Teilnahmequote der befragten Arbeitgeber und Trägereinrichtungen ist sicherzustellen.
7. Datenerfassung, Datenprüfung und Datenaufbereitung.
Der Auftragnehmer entwickelt ein eigenes Konzept zur Datenerfassung, Datenprüfung und Datenaufbereitung. Hierbei sind insbesondere eine Einzelfall- und Konsistenzprüfung im Hinblick auf fehlende Angaben und Extremwerte, ggf. die Schätzung von fehlenden Angaben, ein Hinzuziehen anderer Datenquellen und Herausrechnen von Doppelerfassungen aufgrund von Mehrfachanwartschaften vorzunehmen.
8. Durchführung der mündlichen Nachbefragung.
Dazu zählen z.B. Klärungsinterviews, telefonische Nacherhebung im Rahmen der Datenprüfung.
9. Wissenschaftlich fundierte Hochrechnung für die jeweiligen Teilerhebungen.
Insbesondere bei der Arbeitgeberbefragung ist die Verteilung der erhobenen Merkmale für Deutschland insgesamt, für die alten und für die neuen Bundesländer zu schätzen.
10. Vergleich, Abstimmung und Validierung der Ergebnisse der einzelnen Teilerhebungen und Zusammenführung mit den Ergebnissen der Vorgängerstudien (BAV 2004, BAV 2007).
Zu diesem Zweck sind die jeweiligen Geschäfts- bzw. Verbandsstatistiken des Pensions-Sicherungs-Vereins auf Gegenseitigkeit (PSVaG), der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der Arbeitsgemeinschaft kommunale und kirchliche Altersversorgung (AkA) sowie weitere beispielsweise über die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) verfügbare externe Statistiken einzubeziehen. Insbesondere ist dabei auf die Ergebnisse der Arbeitskostenerhebung 2008 des Statistischen Bundesamtes zu den Aufwendungen und Anwartschaften betrieblicher Altersversorgung einzugehen.
Erhebung und Auswertung sind nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft und nach den anerkannten fachlichen Regeln durchzuführen. Eine gleichzeitige Durchführung der Erhebung mit Erhebungen anderer Auftraggeber zu anderen Themen ist gestattet, wenn dadurch methodische Vorteile oder Kostenvorteile erwartet werden.
Zeitplan und Berichte.
Der Zeitrahmen für das Forschungsprojekt umfasst das vierte Quartal 2011 sowie die ersten zehn Monate des Jahres 2012.
Der Arbeitsfortschritt ist vom Auftragnehmer durch Zwischenberichte zu dokumentieren. Insbesondere ist ein Zwischenbericht.
— nach der Entwicklung der Fragebögen zum 30.11.2011,
— nach der Befragung zum 30.4.2012 abzuliefern.
In einem weiteren Zwischenbericht sind die hochgerechneten Ergebnisse in Tabellenform bis zum 31.7.2012 vorzulegen. Der Endbericht, der Methodenbericht, der Tabellenband, der Kurzbericht von höchstens 4 Seiten zur Veröffentlichung im Internet und die Zusammenfassung als 10-zeiliger Klappentext sind bis zum 31. Oktober 2012 abzugeben.
Die Termine sind vertraglich fixiert und für den Fall der Überschreitung mit einer Vertragsstrafe belegt.
Es sind wissenschaftliche Berichte zu erstellen (Endbericht, Methodenbericht), wobei sich Gliederung und Umfang grundsätzlich an den Berichten zur BAV 2004 und BAV 2007 orientieren sollen und mindestens den folgenden Inhalt haben:
— Genaue Beschreibung der methodischen Vorgehensweise bei der Ziehung der Stichprobe, bei der Befragung und bei der Erstellung der Hochrechnung sowie
— Darstellung der wesentlichen Ergebnisse der Erhebung differenziert nach relevanten Merkmalen,
— Ferner sind die Befragungsergebnisse im Kontext zu bekannten statistischen Angaben sowie zu Ergebnissen anderer Erhebungen im Bereich der bAV zu diskutieren.
Zusätzlich zu den genannten wissenschaftlichen Berichten ist ein ausführlicher Tabellenband zu erstellen, der eine breite Übersicht über die Ergebnisse der Erhebung bietet. Anonymisierte Einzeldatensätze mit den Erhebungsdaten und den verwendeten Hochrechnungsfaktoren sind auf einem Datenträger (in einer von SPSS lesbaren Form) zu liefern.
Alle Berichte sind in deutscher Sprache abzufassen; die Berichte sowie der Tabellenband sind sowohl gedruckt (10 Exemplare) als auch als pdf-Datei mit Lesezeichen abzuliefern. Die Tabellen des Tabellenbandes sind darüber hinaus in einer für Microsoft Excel lesbaren Form zu übermitteln.
Anforderungen an das Angebot.
Das Angebot soll sich auf den oben umfassend dargestellten Anforderungskatalog beziehen und insbesondere Folgendes enthalten:
— Eine Darstellung der angebotenen Leistungen einschließlich Ausführungen zur jeweiligen konkreten Durchführung und zu den Methoden der Untersuchung,
— Einen detaillierten Zeitplan für alle relevanten Untersuchungsschritte,
— Eine detaillierte Kostenaufstellung, wobei die Kosten der Arbeitgeber und Trägererhebung gesondert auszuweisen sind. Ferner sind die Kosten für die Option „Befragung Direktversicherer“ gesondert anzugeben.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-09-05.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-07-22.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2011-07-22
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Auftragsbekanntmachung
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2011-10-17
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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