Entwicklung einer Umrüststrategie für Erzeugungsanlagen am Mittel- und Niederspannungsnetz zum Erhalt der Systemsicherheit bei Über- und Unterfrequenz
Innerhalb der letzten Dekade hat die Einspeisung dezentraler Erzeugungsanlagen, insbesondere aufgrund der Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-G), stark zugenommen. Die Einspeisung dieser dezentralen Anlagen erfolgt größtenteils in das Nieder- oder Mittelspannungsnetz.
Ergebnisse einer im Jahr 2011 abgeschlossenen Studie (IFK Universität Stuttgart/Ecofys: "Auswirkungen eines hohen Anteils dezentraler Erzeugungsanlagen auf die Netzstabilität bei Überfrequenz & Entwicklung von Lösungsvorschlägen zu deren Überwindung") haben gezeigt, dass diese dezentralen Erzeugungsanlagen eine Systemgefährdung darstellen können. Eine akute Gefährdung würde zum Beispiel durch eine großräumige Störung im europäischen Verbundnetz entstehen, falls die Netzfrequenz in bestimmten Regionen stark von 50,0 Hz abweicht (z. B. über 50,2 Hz oder unter 49,5 Hz). In einem solchen Fall würde unter bestimmten Bedingungen (Sonne, Wind) durch die automatische Abschaltung von Bestandsanlagen die Frequenz schlagartig ansteigen bzw. sinken und könnte nicht mehr durch Gegenmaßnahmen der Netzbetreiber aufgefangen werden. Im Rahmen der oben genannten Studie wurde - in einem ersten Schritt - die Umrüstung von PV-Bestandsanlagen empfohlen. Es besteht jedoch nicht nur Handlungsbedarf bei PV-Anlagen, sondern auch bei Windenergie-, Biomasse-, KWK- und kleinen Wasserkraftanlagen. In der Summe würden sich allein in Deutschland unter bestimmten Bedingungen mehr als 20 GW installierter Leistung dieser Anlagen bei Erreichen einer Überfrequenz von 50,5 Hz und bei Erreichen einer Unterfrequenz von 49,5 Hz vom Netz trennen.
Es ist vorgesehen, die Umrüstung der Bestandsanlagen durch eine Rechtsverordnung nach § 12 Abs. 3a EnWG zu regeln. Ziel des Projektes ist die genaue Ermittlung des Umrüstbedarfs von bestehenden Windenergie-, Biomasse-, KWK- und kleinen Wasserkraftanlagen sowie die Erarbeitung konkreter Umrüstempfehlungen. Mit den Projektergebnissen sollen ausreichend Informationen bereitstehen, um einen Nachrüstprozess zu initiieren. Aufbauend auf den Erkenntnissen der o.a. Studie und in enger Kooperationen mit den betroffenen Verbänden, den Netzbetreibern, der Bundesnetzagentur, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sollen dabei folgende Arbeitsschritte vorgenommen werden:
— Datenerhebung und Datenauswertung,
— Bestimmung von Umrüstoptionen in Abhängigkeit der technischen Spezifikationen betroffener Anlagen,
— Rechtliche und organisatorischen Ausgestaltung des Umrüstprozesses,
— Unterstützung des BMWi in technischen Fragestellungen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-03-12.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-02-22.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2012-02-22
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Auftragsbekanntmachung
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2012-10-01
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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