Forschungsprogramm: Zukunft Bau - Strukturdaten im Baugewerbe
1. Projektdarstellung
Ziel der Untersuchung ist es, das Bauvolumen differenziert nach Baubereichen und Produzentengruppen zu ermitteln, belastbare Daten für alle Betriebe des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes bereitzustellen sowie konjunkturelle und strukturelle Veränderungen sowohl zwischen Baubereichen und Produzentengruppen als auch innerhalb des Baugewerbes (u.a. durch Auswertung der jährlichen Unternehmenserhebungen mit Informationen zu Wertschöpfung, Kostenstruktur und Investitionstätigkeit) umfassend und zuverlässig darzustellen.
Während das Bauvolumen in der amtlichen Statistik überhaupt nicht nachgewiesen wird, liefert die amtlichen Statistik zur Beschreibung des Baugewerbes nur ein unvollständiges Bild. In die laufende Bauberichterstattung sowie die jährliche Totalerhebung für das Ausbaugewerbe werden nur Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten bzw. Betriebe ab der Größe von 10 Beschäftigten einbezogen. Das so gezeichnete Bild für das gesamte Baugewerbe verzerrt, da ein Großteil der Betriebe in diesem Bereich weniger als 10 Beschäftigte zählt. Es erweckt den Anschein, dass das Ausbaugewerbe eine relativ geringe Bedeutung hat – Tatsache ist indes, dass das Ausbaugewerbe seit vielen Jahren ein höheres Gewicht hat als das Bauhauptgewerbe, dies gilt sowohl gemessen an der Produktionsleistung als auch an der Beschäftigtenzahl.
Die erforderlichen Berechnungen und Prognosen sollen auf Basis eines selbst entwickelten Schätzmodells durchgeführt werden, um die Informationslücken der amtlichen Statistik zu schließen.
2. Aufgabendarstellung
Textliche, tabellarische und graphische Darstellung der nominalen und realen Bauvolumina nach:
— o Baubereichen (Nachfrageseite): Wohnungsbau, Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau o Produzentengruppen (Angebotsseite): Baugewerbe („Hoch- und Tiefbau“- ehemals Bauhauptgewerbe- und „Bauinstallationen, sonstiges Baugewerbe“ – ehemals Ausbaugewerbe-), verarbeitendes Gewerbe (Stahl- und Leichtmetallbau, sonst. Fertigteil- und Montagebau und ausbauorientierte Einbauten und Installationen), Architekten- und Planungsleistungen sowie sonstige Bauleistungen (selbsterstellte Anlagen und Eigenleistungen),
— Neubau und Bestand (Wohnungsbau, Nichtwohnungsbau nach Gebäudearten; jeweils getrennt nach Voll- und Teilmodernisierung sowie Instandhaltung und getrenntem Ausweis des energetischen Sanierungsaufwandes),
— regionaler Differenzierung (sechs Großregionen).
Das Bauvolumen ist hierbei als die Summe aller Leistungen, die auf Herstellung oder bauliche Erhaltung von Bauwerken gerichtet sind, definiert und beinhaltet auch – über die vom Statistischen Bundesamt berechneten Bauinvestitionen hinaus – nicht werterhöhende Reparaturen des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes.
Gefordert ist die Bereitstellung und Analyse weiterer Strukturdaten (insb. Zahl der Betriebe, Beschäftigte, Höhe der Umsätze) differenziert nach Bauhaupt- und Ausbaugewerbe in regionaler Differenzierung. Ein insgesamt konsistentes Bild von Beschäftigung und Produktion im Baugewerbe soll ermittelt werden.
Neben Ergebnissen für das jeweils ablaufende Jahr und –sofern erforderlich- Korrektur der Zeitreihendaten ist eine differenzierte Vorausschätzung für das jeweilige Folgejahr zu erstellen, d.h. für den ersten zu erstellenden Endbericht (2012/2013) sind die Ergebnisse für 2012 und die Prognosen für 2013 zu erfassen.
Zur Ermittlung einer umfassenden und zuverlässigen Darstellung des Bauvolumens und des Baugewerbes als wichtiger Produzentengruppe sind neben den einschlägigen Baufachstatistiken, weitere Statistiken wie insbes. die Umsatzsteuerstatistik, die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, die jährlichen Unternehmenserhebungen als Basis für Schätzungen und Prognosen zu nutzen. Die hierbei verwendeten Annahmen und Methoden sind ausführlich und selbsterklärend darzustellen. Die Ergebnisse der Berechnung des Bauvolumens sind mit den Ergebnissen der VGR abzustimmen, Differenzen sind zu erläutern.
Ausgangsbasis für die Berechnungen sind die Berichte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung („Strukturdaten im Baugewerbe“), die auf den Internetseiten des BBR und des BMVBS verfügbar sind.
Der methodische Ansatz des angewandten Schätz- und Prognosemodells ist ausführlich zu erläutern.
Neben der vierteljährlichen Berechnung des Bauvolumens, welches die Konjunkturbewegung in den Vordergrund stellt, soll anhand von langen Zeitreihen Verschiebungen in der Produktions- und Nachfragestruktur aufgezeigt werden. Hinweise für mögliche Trendentwicklungen in der Zukunft sollen beleuchtet werden.
Da inzwischen in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung kaum noch mit realen Volumengrößen gearbeitet wird, kann auch eine Darstellung der Indexwerte erfolgen. Insgesamt muss aber die nominale und reale Entwicklung (sowie getrennt die Preisentwicklung) erkennbar und ableitbar sein.
Die amtliche Statistik liefert nur unzureichende Strukturinformationen für die Berechnungen der Bauleistungen im Bestand. Deswegen sind die durchzuführenden Modellrechnungen aus der Makroperspektive zu ergänzen um geeignete primärstatistische Erhebungen, die jeweils jährlich durchzuführen sind. Für den Wohnungsbau wird dabei eine repräsentative Befragung der Haushalte erwartet, während für den Nichtwohnbau belastbare Erhebungen bei Planern und bauausführenden Unternehmen durchzuführen sind. Die methodische Vorgehensweise sollte sich an der Untersuchung der Heinze GmbH zu den Bestandsmaßnahmen im Hochbau (vgl. Endbericht „Struktur der Investitionstätigkeit in den Wohnungs- und Nichtwohnungsbeständen“; abrufbar auf
www.bbsr.bund.de) orientieren.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-05-29.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-04-26.
Wer?
Wie?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2012-04-26
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Auftragsbekanntmachung
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