Forschungsprojekt: Ermittlung des Zusammenhangs von Infrastruktur und Zuverlässigkeit des Verkehrsablaufs für den Verkehrsträger Straße

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Ausgangslage:
Im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) besteht die Aufgabe, einen neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) aufzustellen. Der angestrebte Termin der Fertigstellung ist das Jahr 2015. Um die gesamtwirtschaftliche Bedeutung erwogener Infrastrukturvorhaben zu ermitteln, werden mögliche verkehrliche Wirkungen anhand von Verkehrsmodellen ermittelt und darauf aufbauend Nutzen-Kosten-Analysen durchgeführt. Im Rahmen der Neuauflage des Bundesverkehrswegeplans werden mehrere Forschungsprojekte zur Überprüfung bzw. Weiterentwicklung der Methodik durchgeführt.
Ein in der internationalen und nationalen Literatur häufig diskutierter Indikator in Nutzen-Kosten-Analysen ist die Zuverlässigkeit des Verkehrsablaufs. Verkehrsinfrastrukturprojekte wirken nicht nur auf die Reise- und Transportzeiten, sondern auch auf deren Zuverlässigkeit. Verkehrssituationen werden dadurch besser prognostizierbar, was sowohl für termingebundene Fahrten des Personenverkehrs (z.B. Geschäftsreiseverkehr) als auch für Fahrten des Güterverkehrs gilt – insbesondere bei begrenzten Lieferzeitfenstern und produktionsorientierten Lieferregimen (z.B. Just-in-Time).
Die Zuverlässigkeit des Verkehrsablaufs wurde bisher nicht systematisch im Rahmen der BVWP-Bewertungsverfahren berücksichtigt. Das BMVBS hat daher in einer Vorstudie prüfen lassen, ob eine Integration der Komponente in die Nutzen-Kosten-Analyse des BVWP 2015 möglich ist. Die Vorstudie hat eine Definition für Zuverlässigkeit ermittelt und Ansätze zur Umsetzung im Rahmen eines Bewertungsverfahrens geliefert. Diese Vorschläge sind nun in einem Folgeprojekt in eine geschlossene Methodik und darauf aufbauend in ein anwendbares Verfahren für den Verkehrsträger Straße für den BVWP 2015 zu überführen.
Kurzbeschreibung:
Im Rahmen des vorliegenden Forschungsprojektes soll auf Basis der Vorstudie Zuverlässigkeit (Significance et al. 2012) eine geschlossene Methodik und darauf aufbauend ein anwendbares Verfahren für den Verkehrsträger Straße entwickelt werden. Die Vorstudie erstreckte sich auf alle drei Verkehrsträger und hierbei sowohl auf die Methodik zur Ermittlung eines monetären Wertes für Zuverlässigkeit als auch auf die Methodik zur Mengenseite, nämlich die Abbildung des Effektes von Infrastrukturprojekten auf Zuverlässigkeit sowie die Nachfragereaktion der Nutzer bei Änderungen der Zuverlässigkeit. Diese Ausschreibung beschränkt sich auf den Verkehrsträger Straße und die mengenseitige Ermittlung der Wirkungen von Infrastrukturprojekten. Die weiteren Aspekte werden in separaten Projekten bearbeitet.
Ziel ist es, ein Berechnungsverfahren zu entwickeln, das ausgehend von der in Significance et al. 2012 gegebenen Definition den Zusammenhang zwischen Verkehrsinfrastrukturausstattung bzw. -projekten und den auftretenden Reisezeitunzuverlässigkeiten für die Reisenden und die zu transportierenden Güter im Straßenverkehr erklärt. Dafür sind Daten zu tatsächlich gefahrenen Reisezeiten und deren Standardabweichung ggü. erwartbaren Reisezeiten auszuwerten und hinsichtlich ihrer Beeinflussung durch infrastrukturelle Defizite zu analysieren. Der Bieter hat die Methodik so zu entwickeln und entsprechende Vorarbeiten zu leisten, dass das Verfahren im Rahmen der Bewertung des BVWP 2015 anwendbar ist und diskriminierungsfrei durch Dritte umgesetzt werden kann.
Eine detaillierte vorläufige Leistungsbeschreibung ist Gegenstand der Teilnahmeunterlagen.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-01-07. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-12-06.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-12-06 Auftragsbekanntmachung
2013-05-15 Bekanntmachung über vergebene Aufträge