Vergabeverfahren "Forschungsvorhaben zur Fachkräfterekrutierung und -sicherung"

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Leistungsbeschreibung für ein Forschungsvorhaben zur Fachkräfterekrutierung und -sicherung.
1. Hintergrund:
Die Bundesregierung hat in ihrem Konzept zur Fachkräftesicherung die zentralen Sicherungspfade benannt und analysiert, die zur Behebung des drohenden Fachkräftemangels notwendig sind. Neben dem Staat und den Sozialpartnern sind Unternehmen die zentralen Akteure bei der Bekämpfung eines zukünftigen Fachkräftemangels. Betriebliche Strategien und Maßnahmen in Bezug sowohl auf bereits vorhandenes als auch neu zu rekrutierendes Personal werden in Zukunft mehr und mehr über den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens entscheiden. Vor dem Hintergrund einer notwendigen Steigerung des Erwerbspersonenpotenzials insgesamt werden die unterschiedlichen HR-Strategien und Maßnahmen der Unternehmen die gesamtwirtschaftliche Fachkräftesicherung stark beeinflussen und den Wohlstand in Deutschland bestimmen. Das Forschungsvorhaben soll daher zur Identifizierung des unternehmensbezogenen Handlungsbedarfs in den Bereichen Personalbindung, -entwicklung und -rekrutierung beitragen.
Auch wenn zu einzelnen Bereichen der unternehmensbezogenen Fachkräftesicherung, vor allem der Personalbindung von Frauen (Vereinbarkeit von Familie und Beruf) oder Älteren (betriebliche Qualifizierung) Analysen und empirische Forschungsergebnisse vorliegen, ist der Bereich der Rekrutierung neuer und zusätzlicher Fachkräftepotentiale bisher weitgehend unerforscht. Um ein ausgewogenes Gesamtbild der Unternehmensbemühungen zur Erschließung der vorhandenen Arbeitskräftepotentiale zu erhalten, ist es jedoch notwendig sowohl die Personalbindung, -entwicklung als auch die Rekrutierung zu betrachten.
Das Forschungsvorhaben unterstützt das Fachkräftesicherungskonzept der Bundesregierung. Das Erkenntnisinteresse zielt auf die Einstellungen und Maßnahmen von Unternehmensleitungen bzw. der Personalverantwortlichen wie auch der Betriebsräte zur aktuellen und künftigen Rekrutierung und Sicherung von Fachkräften.
2. Ziel des Forschungsvorhabens:
Vor dem Hintergrund einer notwendigen Steigerung des Erwerbspersonenpotenzials ist es Ziel des Forschungsvorhabens, die Einstellungen (im Sinne von Haltungen) und Maßnahmen einer repräsentativen Zahl von Unternehmen und Betriebsräten gegenüber Personengruppen zu erforschen, die bislang kaum oder nur unzureichend in den Arbeitsmarkt integriert sind. Zu diesen Personengruppen beispielsweise ältere Personen, Langzeitarbeitslose, nichterwerbstätige Frauen oder Frauen in Teilzeit oder geringfügiger Beschäftigung, Menschen mit Behinderungen, Niedrigqualifizierte sowie Personen mit Migrationshintergrund im Inland oder Fachkräfte in der Europäischen Union und in Drittstaaten. Weitere Personengruppen sind denkbar. Nur bei einer stärkeren Arbeitsmarktintegration dieser und möglicherweise weiterer Gruppen kann die gesamtwirtschaftliche Fachkräftesicherung gelingen und damit auch der zukünftige Wohlstand in Deutschland sichergestellt werden.
Als Produkt des Forschungsvorhabens soll 10 Monate nach Vertragsbeginn ein Bericht vorliegen, der:
— die Einstellungen gegenüber den genannten Personengruppen allgemein und die Relevanz der Rekrutierung, bzw. längerfristigen Bindung dieser Personengruppen für das Unternehmen beschreibt,
— die derzeitigen bzw. tatsächlich durchgeführten Maßnahmen der Unternehmen bezüglich dieser Personengruppen darstellt, und,
— damit eine empirisch fundierte Basis für eine Diskussion über den spezifischen betrieblichen Handlungsbedarf in Bezug auf die Bindung und Rekrutierung von bisher nicht oder nur teilweise in den Arbeitsmarkt integrierten Personen bereitstellt.
Die zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse soll Unternehmensführungen wie Betriebsräte auf mögliche Defizite in der Personalpolitik ihrer Unternehmen aufmerksam machen und den Fokus alle hierfür relevanten Handlungsfelder lenken. Mittel- bis langfristig sollen die Unternehmen dazu motiviert werden, innerhalb ihres Personalmanagements die verschiedenen Pfade von Fachkräftesicherung zu verankern und kontinuierlich fortzuentwickeln.
Die Untersuchung soll von ihrem Design und ihren Fragestellungen so angelegt sein, dass sie perspektivisch wiederholbar sein kann, um so einen späteren Vergleich über die Zeit (Entwicklungen in Deutschland zu ermöglichen. Allerdings wird eine solche Wiederholung nicht Gegenstand dieser Ausschreibung sondern eines eigenständigen, ggf. später durchzuführenden Vergabeverfahrens sein. Die Vergleichbarkeit der Wiederholung der Maßnahme mit den jetzt zu gewinnenden Ergebnissen muss sichergestellt sein. Daher ist es erforderlich, dass die im Rahmen des jetzt ausgeschriebenen Forschungsvorhabens angewendete Untersuchungsmethode später auch von einem anderen Leistungserbringer als dem jetzigen Auftragnehmer verwendet werden darf.
Ort der Leistungserbringung ist Berlin.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-02-21. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-01-23.

Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-01-23 Auftragsbekanntmachung