Konzept, Betreuung und Realisierung eines Kommunikationsraumes (inkl. Veranstaltungsorten) zur Partizipation der Anwohner im Märkischen Viertel Berlin

Gesobau AG

Einführung:
Im Rahmen einer Markenbildung für die Großwohnsiedlung Märkisches Viertel (MV) plant die GESOBAU AG die Konzeption, Betreuung und Realisierung eines Kommunikationsraumes (inkl. Veranstaltungsorten im MV) durch Spezialisten zur Partizipation der Anwohner im Märkischen Viertel Berlin.
Das Märkische Viertel (MV) entstand als erste Neubaugroßsiedlung in West-Berlin zwischen 1963 und 1974 und umfasst heute ca. 17.000 Wohnungen, in denen rund 40.000 Personen leben. Seit 2008 hat die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU AG damit begonnen, mehr als 13.000 Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von 480 Mio. Euro energetisch zu modernisieren. Es gilt damit derzeit als größtes Sanierungsvorhaben im deutschen Wohnungsbau mit Modellcharakter für den nachhaltigen Umbau von Großsiedlungen und ist bereits mit zahlreichen Auszeichnungen prämiert worden (z.B. Deutscher Bauherrenpreis, Deutscher Nachhaltigkeitspreis, Ort im Land der Ideen, DW Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft, Reinickendorfer Bauherrenpreis 2010.)
„Heute schon wie morgen wohnen.“ Das heißt für die GESOBAU vorauszudenken und die Welt von morgen in unser Handeln heute einzubeziehen. Die energetische Modernisierung allein wird es nicht schaffen, den Bewohnern des Märkischen Viertels einen hinreichenden emotionalen Nutzen zu bieten, der ihre Identifikation mit dem Viertel weiter stärkt. Sie dient dazu, das Quartier nachhaltig und wettbewerbsfähig am Berliner Wohnungsmarkt zu positionieren. Deswegen hat es sich die GESOBAU zur Aufgabe gemacht, eine „Kampagne“ ins Leben zu rufen, die durch unterschiedliche Maßnahmen das Wohlgefühl der Märker stärken soll, um den Anwohnern ein „Heimatgefühl“ zu vermitteln und damit positiv dem negativen Fremdbild der Großwohnsiedlung entgegen zu wirken.
Gegenstand der Ausschreibung:
Der Kommunikationsraum ist ein wichtiger Baustein der Markenbildung „MV“, denn es wird ein Ort der Begegnung benötigt, ohne dass die GESOBAU „im Wege steht“. Hier sollen kleine wiederkehrende Veranstaltungen, Ausstellungen, Diskussionen und Workshops stattfinden, und hier können die Anwohner ungeschönt ihre Meinung äußern als auch Anregungen einbringen. Der Kommunikationsraum ist als Orientierungspunkt zu gestalten und muss Bezug auf das Viertel und die definierte Marke „MV“ (Positionierung und Corporate Design) nehmen. Die Anmutung des Raumes darf provisorisch sein, denn er sollte sich einfach an seine nötige Nutzung anpassen können. Für den Ort des Kommunikationsraumes ist seitens der GESOBAU noch keine konkrete Räumlichkeit vorgegeben; hierzu sind Vorschläge und Erkundungen des Auftragnehmers gefordert. Für den Kommunikationsraum sollten vorhandene Flächen bzw. Räume der GESOBAU genutzt werden. Diese würden von der GESOBAU zur Verfügung gestellt. Sicher zu benennen sind eine zentrale Lage im MV und eine Größe von mindestens 70 Quadratmetern. Zu festzulegenden Sprechzeiten (2-3 mal wöchentlich) sollte mindestens ein Spezialist als Ansprechpartner und „neutraler Betreiber“ im Kommunikationsraum zur Verfügung stehen, damit die Anwohner auch ohne größere Events ihre Anregungen und Meinungen einbringen können. Der Kommunikationsraum dient neben seiner Funktion als Treffpunkt der Märker auch als Meeting-Location, Büro und Präsentationsstätte für die Projektbeteiligten.
Neben dem fest installierten Kommunikationsraum sollen unterschiedliche, vom Auftragnehmer vorzuschlagende Veranstaltungsorte im Innen- und Außenbereich des MVs die Maßnahme ergänzend bespielen.
Im MV bestehen bereits zahlreiche Initiativen und soziale Einrichtungen, die sehr aktiv sind. Ihre Angebote richten sich an spezifische Zielgruppen. Der Kommunikationsraum soll dazu dienen, die aktiven Märker noch auf einer anderen, gemeinschaftlichen Ebene zusammenzubringen. Er soll Ausgangsort der Interaktion, eine Ideenschmiede und Werkstatt werden. Beabsichtigt sind Innovationen, Aktivitäten und integrierende Multiplikatoreffekte. Hierfür benötigt die GESOBAU Spezialisten, die jahrelange Erfahrung mit der Partizipation von Anwohnern, Architektur-Know-How, Medienexpertise und Teamfähigkeit einbringen können.
Leistungsumfang:
Bei den zu erbringenden Leistungen handelt es sich um
A: Konzept Kommunikationsraum:
Erarbeitung eines detaillierten Konzeptes für den Kommunikationsraum zur professionellen Integration und Partizipation der Anwohner des MVs unter Berücksichtigung der Historie.
- Entwicklung einer Leitidee
- Funktionsweise des Kommunikationsraums im MV
- Herstellung eines historischen Bezugs zum MV
- Konzept zur Bewohneransprache
- Konzept zur Partizipation der Anwohner
- Konzept zur Sicherstellung einer dauerhaften Wirkung
- Risiken der Eskalation im Bewohnerkontakt identifizieren und gegensteuern, Eskalationsroutinen erarbeiten
- Bekanntmachung des Kommunikationsraums im MV
- Konzeption einer Auftaktveranstaltung
- Konzeption von Aktionen und Veranstaltungen für den laufenden Betrieb (mindestens 24 in zwei Jahren)
- Konzeption und Erstellung von Zwischenberichten an die GESOBAU
- Leitgedanken zur Einrichtung des Kommunikationsraums
B: Einrichtung Kommunikationsraum:
Realisierung der Einrichtung des Kommunikationsraums (Gestaltung, Ausführung, inkl. Einrichtungsgegenständen eines vorhandenen Raums von ca. 70 qm zum Kommunikationsraum unter Berücksichtigung eines definierten Budgets)
- Entwurf für die Gestaltung inkl. ggfs. Umbau (inkl. Materialauswahl)
- Realisierung im vorhandenen Bestand (Ausführung und Material) inkl. einfachen Sitz- und Kommunikationsmöglichkeiten. Kosten für Miete (inkl. Nebenkosten) sind nicht zu berücksichtigen.
- Betreuung der Baumaßnahmen inkl. Partizipation der Anwohner
C: Eröffnungs-Event:
Konzeption, Organisation und Durchführung eines ersten großen Events (inkl. Materialien) zur Animation von möglichst breiter Partizipation der Bewohnerschaft.
D: Betreuung und Folge-Events:
- Im ersten Jahr intensive Betreuung durch Auftragnehmer (Spezialisierung auf initiative und partizipative Stadtentwicklung) ca. 2-3 Tage wöchentlich vor Ort
- Einarbeitung von mind. drei Anwohnern, die als Betreuer des Raumes öfter vor Ort präsent sein können und die Schnittstelle zu den Anwohnern des MVs darstellen
- Im zweiten Jahr Betreuung durch Auftragnehmer (Spezialisierung auf initiative und partizipative Stadtentwicklung), ca. 1-2 Tage wöchentlich vor Ort
- Konzeption, Betreuung und Realisierung von mind. 24 kleineren Events (inkl. Materialkosten und Kommunikation der Veranstaltungen). Die Events sollten jeweils etwa 4 Stunden dauern und möglichst viele Märker aktivieren, unabhängig von ihren spezifischen Hobbys und Interessen.
- Dokumentation der abgehaltenen Veranstaltungen und Aktionen. Erstellung von ca. jeweils 10 professionellen Fotos (300dpi / Farbe) und jeweils einem zusammenfassenden journalistischen Text oder Interview (mind. 600 Wörter oder ca. 4.000 Zeichen)
- Absprache und Berücksichtigung von Freigabeprozessen zwischen Auftragnehmer und der GESOBAU AG
- Zusammenarbeit mit externen Kommunikationsagenturen der GESOBAU AG, insbesondere auf kommunikativer Ebene (Bereitstellung von Inhalten, Gesprächspartnern und Ideen für die Kommunikationsarbeit)
E: Veranstaltungsorte MV:
(1) Konzeption und Realisierung kleinerer Veranstaltungen an unterschiedlichen Veranstaltungsorten (mindestens 5) im MV
(2) Es soll berücksichtigt werden:
- Inhaltliche Verbindung der verschiedenen Veranstaltungsorte im MV mit dem Kommunikationsraum
- Konzeption einer städtebaulichen Idee (Umnutzung des Außenraumes)
- Es sind temporäre Installationen vorzusehen (z.B. Holzplattform, Stege, Podeste, Tafeln)
- Partizipation der Anwohner

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-09-16. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-08-01.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2013-08-01 Auftragsbekanntmachung
2014-02-27 Bekanntmachung über vergebene Aufträge