Beratungs- und Umsetzungsleistungen beim Forum Energiedialog

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Anknüpfend an den im IEKK genannten Windenergie-Dialog und in Ergänzung zum bestehenden Beratungsangebot, das die fachliche Beratung und die administrative Abwicklung von konkreten Projekten stärkt (z.B. Kompetenzzentren Energie bei den Regierungspräsidien), will das Umweltministerium ab 2015 ein zusätzliches Beratungsangebot für Kommunen/kommunale Entscheidungsträger im Bereich Coaching, Moderation und Mediation einrichten, mit dem den Kommunen bei der weiteren Umsetzung der Energiewende eine Handreichung angeboten werden soll.
Gesucht wird ein sog. Mobiles Beraterteam, das gemeinsam mit einen sog. Kernteam (bestehend aus einem Referenten im UM (Federführung) und insgesamt 3 weiteren Stellen in den Kompetenzzentren Energie der vier Regierungspräsidien) das Forum Energiedialog praktisch umsetzt. Das Beraterteam dient dem Kernteam in der fachlichen Zuarbeit, aber auch als operativer Arm bzw. in Ergänzung der Tätigkeiten vor Ort. Es soll wenn möglich tätig werden, bevor sich Widerstand gegen Projekte formiert, aber auch i.R. von notwendig werdenden Moderations- und Mediationsverfahren. Zwingend erforderlich ist dabei eine enge Abstimmung zwischen dem Kern- und dem Beraterteam, z.B. in monatlichen Projektreffen, Telefonkonferenzen usw., an denen bei Bedarf auch weitere Fachreferate des UM beteiligt werden müssen.
Zunächst soll das Forum Energiedialog durch das Kern- und das Beraterteam in geeigneter Form bekannt gemacht und bei Kommunen um eine Teilnahme an dem Projekt geworben werden. Unter den sich für das Forum Energiedialog bewerbenden Kommunen erfolgt eine Auswahl durch das Kern- und Beraterteam. Danach wird es die Aufgabe vor allem des Beraterteams sein, proaktiv und mit dem notwendigen kommunalpolitischen Gespür auf Gemeinden zuzugehen, um vor Ort den Puls zu fühlen und zu eruieren, mit welchen, auf den Individualfall abgestimmten konkreten Maßnahmen, auch in Abstimmung mit den Agierenden vor Ort, eine Unterstützung erfolgen kann. Das Beraterteam macht einen entsprechenden Vorschlag, was getan werden könnte. Das Kernteam unter der Leitung des UM bewertet diesen Vorschlag und entscheidet dann, ob entsprechend vorgegangen werden soll. Das Kernteam ist in die Vorschlagsfindung einzubinden. Das Beraterteam setzt die Vorschläge dann (ggfs. unter Beteiligung des Kernteams) um.
Die Aufgaben des Kern- und des Beraterteams sind vielfältig und bestehen aus generellen Maßnahmen, die für alle Kommunen anwendbar sein sollen und darüber hinaus für jede Kommune individuell zugeschnittenen Maßnahmen. Beispiele können sein:
— Bekannt machen des Forum Energiedialog durch Infobesuche z.B. in Bürgermeistersprengeln mit dem Ziel, dass sich Kommunen aktiv um eine Teilnahme bemühen.
— Erstbesuch und -gespräch, in Bewerberkommunen, um u.a. einen Eindruck des Problemdrucks und der Problemlage zu gewinnen.
— Identifikation der Teilnehmerkommunen
Die in einer Teilnehmerkommune gewonnenen Erkenntnisse sollen einen wichtigen Impuls für Planungsprozesse in anderen Kommunen der Region geben (Multiplikatorwirkung)
— Erheben des konkreten Konfliktpotentials in den ausgewählten Teilnehmerkommunen
— Vorschlag und Auswahl der konkreten Maßnahmen
— Umsetzung der konkreten Maßnahmen
wie z.B.:
— Erarbeiten von konkreten Handreichungen zu Verwaltungsverfahren (z.B. Prozesschart zum Genehmigungsprozess)
— Erarbeiten von konkreten Handreichungen zur Entwicklung einer Beteiligungskultur und für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
— telefonische Beratung („Hotline“) für Fragen i.R.d. Forum Energiedialog
— Aufbau eines internen Internettools, in das erteilte Bescheide zum Erfahrungsaustausch zwischen den Behörden eingestellt werden
— Umsetzen von (landesweiten) Fakten-Checks zu Windkraftthemen wie Infraschall, Gesundheitsfolgen, Immobilienpreise, Tourismusauswirkungen, etc und Aufarbeitung der Ergebnisse in Argumentationspapieren für Diskussionen vor Ort unter Berücksichtigung bereits bestehender Papiere (z.B. FAQ Wind der LuBW), in Erklärfilmen, einer App und einer Internetseite
— Begleiten von vor Ort initiierten Konzepten zum Umgang mit dem Ausbau EE, z.B. mit Workshop-Angeboten
— Erarbeiten und Verbreiten von Informationen zu Bürgerenergiemodellen, gemeinsam mit der LUBW
— Vernetzen von Stadtwerken, Bürgerenergiemodellen und Kommunen als Hilfestellung zur Umsetzung von Energiewendeprojekten
— Organisieren von Expertenveranstaltungen z.B. in Form von „Speed-Dating-Messen“ (ähnlich Windenergiemesse Langenburg) als regionale Veranstaltungen, z.B. auf der Ebene der Regionalverbände oder der (wichtigsten) Landkreise
— Organisieren eines informellen Erfahrungsaustauschs, insbesondere für Gemeinderäte, Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter (vor allem der Sachbearbeiterebene) aller Behörden
— Bildungsangebote (wie kommuniziere ich unliebsame Themen und demonstriere Geschlossenheit? / Sprachregelungen / …) machen
— Durchführen von Trainings zur „Risikokommunikation“
— Erarbeiten von Argumenten für konkrete Infrastrukturen und niederschwellige Verbreitung
— Deutliches Vermitteln von Potenzialen, Funktionen und Grenzen, der Bürgerbeteiligung an alle Beteiligten
Ideen für weitere Maßnahmen, um flexibel auf Gegebenheiten vor Ort reagieren zu können, sind denkbar und sollen im Rahmen der Ausschreibung für das Beraterteam abgefragt werden.
Für die Aufgaben des mobilen Beraterteams kommen Bieter/Bietergemeinschaften mit guter fachlicher Expertise in Coaching-, Moderations- und Mediationstechniken sowie im Planungsrecht, guten Kenntnissen der Struktur Baden-Württembergs, guter Vernetzung im Land und, wenn möglich, begleitet von (ehem.) Bürgermeistern aus Baden-Württemberg mit einschlägiger Erfahrung in EE-Projekten, in Betracht. Mit Blick auf die zu erwartenden Gespräche und Diskussionen in sehr sensiblen Umfeldern ist der sichere Umgang mit der Amtssprache Deutsch in Wort und Schrift zwingend erforderlich.
Nach Vertragsschluss sollen in einem Kick-Off Workshop mit dem obsiegenden Bieter/Bietergemeinschaft erste Konzepte und Maßnahmen festgelegt werden.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-08-31. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-07-27.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2015-07-27 Auftragsbekanntmachung
2016-06-14 Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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