Durchführung der Erhebung einer Längsschnittstudie zu Zwillingsfamilien (TWINLIFE) – 2. Erhebungswelle
Bei TwinLife handelt es sich um eine genetisch informative, längsschnittliche Zwillingsfamilienstudie zur Entwicklung sozialer Ungleichheiten in Deutschland. Die mit dieser Maßnahme berücksichtigte Laufzeit beträgt zwei Jahre bis zum 30.6.2018. Die Universität Bielefeld führt diese in Kooperation mit der Universität des Saarlandes in Saarbrücken durch. In TwinLife werden zu sozialen Ungleichheiten beitragende Mechanismen interdisziplinär erforscht. Dabei müssen psychologische und soziologische Forschungstraditionen mit der Methode der Verhaltensgenetik (erweitertes Zwillingsfamilien – Design) kombiniert werden. Soziale Ungleichheiten werden in sechs zentralen Lebensbereichen zu untersuchen sein.
Diese sind:
(1) die Entwicklung von Fähigkeiten und Bildungserfolg,
(2) die Beteiligung am Arbeitsmarkt,
(3) das soziale Kapital und die Integration in soziale Netzwerke,
(4) physische und psychische Gesundheit
(5) die soziale und politische Teilhabe sowie
(6) die Entwicklung von abweichendem Verhalten und von Verhaltensproblemen.
Für die Untersuchung soll eine bereits rekrutierte und mehrfach befragte repräsentative Stichprobe von 4 000 deutschsprachigen Familien, in denen ein gleichgeschlechtliches, ein- oder zweieiiges Zwillingspaar lebt, erneut wiederholt befragt werden. Befragt werden dabei jeweils die Zwillinge und ihre Eltern, ein eventuell vorhandenes Geschwister der Zwillinge (bei mehreren das dem Alter nach nächstgeborene, aber mindestens 5 Jahre alte) und bei den älteren Zwillingen (ab 19 Jahre) auch deren Partner. Unter – Eltern – werden hier die leiblichen Eltern, sowie gegebenenfalls Partner eines leiblichen Elternteils verstanden, die in einem Haushalt mit den Zwillingen leben. Unter – Partner der Zwillinge – wird in diesem Zusammenhang nicht nur ein im selben Haushalt zusammenlebender Partner verstanden, sondern auch homo- und heterosexuelle Paarbeziehungen bei getrennten Haushalten, die von den befragten Zwillingen als – feste Beziehungen – eingeschätzt werden.
In Hausbesuchen und telefonischen Erhebungen werden kurze Tests und Interviews durchgeführt sowie Fragebögen bearbeitet. Hausbesuche und telefonische Befragungen wechseln sich von Jahr zu Jahr ab, dieses Schema soll in der weiteren Befragung beibehalten werden. Die Untersuchungsinhalte der telefonischen und der face-to-face-Befragungen überschneiden sich nur geringfügig. Die Untersuchungsmaterialien werden vor den jeweiligen Befragungen in Zusammenarbeit mit den Auftraggebern erstellt (einschließlich der Programmierung computergestützter Verfahren) und Vortests unterzogen.
Die Studie umfasst Zwillinge in einen breiten Altersbereich, der sich in dieser Erhebungsperiode von sieben Jahren bis zum frühen Erwachsenenalter (25 Jahre) erstreckt.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-12-09.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-11-13.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2015-11-13
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Auftragsbekanntmachung
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