Beschreibung der Beschaffung
Ausschreibungsumfang KG 440 u. 450 Folgende Leistungen sind ausgeschrieben:
a)
b) Stromkreisverteiler AV, SV Elektroinstallation
c) Grund- und Sicherheitsbeleuchtung
d)
e)
f) Brandmeldeanlage Kabel-/Leitungstrassen
h) Übertragungsnetze für Daten und Telefonie Brandschutzdurchführungen.
Es werden die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen, VOB Teil C, zugrunde gelegt. Alle im LV beschriebenen Leistungen sind in betriebsfertiger Ausführung einschließlich allen Zubehörs anzubieten. Nicht Bestandteile der Ausschreibungen sind:
a) b) Aktive Komponenten für Daten und Telefonie Baustrom, -beleuchtung,
c) Demontage- und Rückbauarbeiten Niederspannungsinstallationsanlagen.
Es werden 2 neue Stromkreisverteiler vorgesehen. Der erste dient zur Aufnahme der Endstromkreise, welche an das AV-Netz angeschlossen werden, der zweite für die Endstromkreise des SV-Netzes. Die SV-Versorgung von sicherheitsrelevanten Verbrauchern und weiteren SV-Verbrauchern ist getrennt aufzubauen. Der Aufbau der einzelnen Verteilungen ist in den Anhängen dargestellt. Die Speisung erfolgt je nach Nutzung aus den Verteilungen NSHV Kern AV und NSHV Kern SV des Krankenhaus Leonberg. Die Zuleitung erfolgt über Bestandskabeltrassen vom 2. UG des KH über das 1. UG und ab dem Lagerbereich (Südflügel 1. UG) über den Medienkanal zum Technikraum des CafeteriaGebäudes. Der genaue Tressenweg im Bestand ist durch den AN zu erkunden. Notwendige RCDs (DIN VDE 0100-410) werden generell als Typ A ausgeführt. Der Fehlerstrom beträgt 30 mA. Licht- und Steckdosenstromkreise werden getrennt abgesichert. Die Unterverteiler erhalten zur Erfassung der Energieverbräuche Netzanalysatoren. Die Zähler werden in einem separaten Wandschrank untergebracht. Über einen Datenlogger können die erfassten Messwerte auf das im Bestand vorhandene Managementsystem „Econ“ übertragen werden. Die folgenden Abgänge erhalten eine separate Strommessung:
— Unterverteiler AV Unterverteiler SV RLT (SV) 2 x Kälte (SV) Installationsgeräte.
Als Installationshöhen werden die üblichen Maße 0,3 m und 1,1 m über FFB gewählt. Für das Büro wurde die Ausstattung der Arbeitsplätze gemäß einer Ausstattungsliste des AG vorgenommen. SchukoSteckdosen und RJ45-Dosen werden in einem Brüstungskanal unterhalb des Außenfensters angeordnet. Alle für den Küchen- und Ausgabebereich benötigten Steckdosen (230 V, 400 V, RJ45) und Festanschlüsse wurden durch IB-Beck vorgegeben. In Absprache mit dem Nutzer wurden weitere Anschlüsse vorgesehen. Die Planung der Installationsgeräte in den Räumen Kühl und Tiefkühl ist nicht Bestandteil dieser Planung, sondern erfolgt durch die Küchenplanung. Die Zuleitungen zur Installation werden durch Eproplan entsprechend den Vorgaben von IBBeck vorgesehen. Hierzu wird durch IB-Beck noch eine entsprechende Kabelliste übergeben.
Für das Behinderten-WC ist ein Notruf nach DIN VDE 0834 geplant. Der Notruf wird an der Pforte des Krankenhauses angezeigt. Die Steuerung für die elektrischen Außenjalousien ist Bestandteil dieser Planung. Die Motorsteuereinheit ist in den Schaltschrank zu integrieren. Eine Vor-Ort-Steuerstelle zur Übersteuerung des Automatikbetriebs ist für die einzelnen Räume vorgesehen.
Leitungsführungssysteme Bei der Führung der Hauptkabeltrassen und deren Dimensionen wird zur Vermeidung von EMV-Beeinträchtigungen hinsichtlich der räumlich getrennten Verlegung gemäß DIN VDE 0800-174-2, und 0100-710 unterschieden in:
— Niederspannung ohne Funktionserhalt (AV);
— Niederspannung mit Funktionserhalt (SV);
— Datenkommunikation, Brandmeldeeinrichtungen Durch den Einsatz einer Heiz-/Kühldecke im Gastraum kann die Kabelinstallation in die Deckensegel integriert bzw. durch diese verdeckt werden. Zum „Inselbereich“ mit Kasse und Handelswaren erfolgt die Leitungsführung unterhalb des Fußbodens in Leerrohren (verlegt im Estrich). In den Technikräumen erfolgt eine a. P. Installation. Alle restlichen Räume werden u. P. installiert. Die Einführungen von Medienkanal ins Gebäude (Hauptbau und Cafeteria) sind entsprechend Feuerwiderstandsklasse S90 zu schotten.
Kabel und Leitungen Die Verkabelung erfolgt mittels halogenfreier Leitungen. Die Dimension für 0,4 kV-Kabel erfolgt unter Berücksichtigung der:
— DIN VDE 0298-4;
— DIN VDE 0100-520 (Beiblatt 2), 5.1: Maximaler Spannungsfall hinter Messeinrichtung bis Verbraucheranlage: 3 %.
Gemäß DIN VDE 0100-560, DIN VDE 0100-710 und der MLAR 5.2.2 sind Kabel und Leitungen für:
— Sicherheitsbeleuchtungsanlagen (bis zum Brandabschnitt, in dem die entsprechenden Leuchten installiert sind);
— Brandmeldeanlagen (ausgenommen sind Leitungen, die in überwachten Räumen verlegt sind und Ringleitungen mit getrennt verlegter Hin- und Rückleitung);
— Anlagen zur Alarmierung der betroffenen Personen und Erteilung von Anweisungen, die im Brandfall genutzt werden;
— natürliche Rauchabzugsanlagen;
— maschinelle Rauchabzugsanlagen in anderen Fällen als in MLAR 5.2.1.
Mind. in E 30 nach DIN 4102-12:1998-11 zu verkabeln. Elektrische Anlagen für Sicherheitszwecke sind nach der Grundnorm DIN VDE 0100-560.5.2, -200, -300 definiert. Sie haben neben der Netzeinspeisung eine zusätzliche eigenständige Stromquelle, ein eigenes Verteilungsnetz mit sicheren elektrischen Schutzmaßnahmen (auch im Brandfall), geschützte Räume für die Unterbringung der Stromquelle und Verteiler und endet an den Anschlussklemmen der zu versorgenden End-/Verbrauchsgeräte. Bestandteil der Verkabelung ist auch die Gebäudeautomation. Sämtliche Wand- bzw. Deckendurchdringungen in F30...90 Bauteilen werden vom Gewerk Elektro brandschutztechnisch mit entsprechenden nachbelegbaren Systemlösungen verschlossen.
Beleuchtungsanlagen Planungsgrundlagen für die Innenbeleuchtung sind:
— Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen nach DIN EN 12464-1;
— Arbeitsstättenregeln: ASR A 3.4: 03.2011 (hat gesetzlichen Charakter).
Die Beleuchtung der Räume Kühl, Tiefkühl, und K.-Getränke ist nicht im Ausschreibungsumfang enthalten. Hier erfolgt die Belecutungsinstallation (sowie die restliche Installation) durch den Küchenbauer. Der Außenbereich wird über Downlights im Vordach sowie über Pollerleuchten beleuchtet. Zusätzlich werden unter dem Vordach 2 Kompaktstrahler montiert, welche zusätzlich durch einen Bewegungsmelder schaltbar sind (Vermeidung nächtlicher Fremdnutzung). In den Gasträumen, Spülküche und Küche wird ein Teil der Beleuchtung aus der SV-Verteilung versorgt.
Sicherheitsbeleuchtung Eine Sicherheitsbeleuchtung wird in Anlehnung an folgende Normen/Richtlinien geplant:
— nationales Baurecht wie Landesbauordnung LBO, Bauscheine, Brandschutzgutachten;
— Arbeitsschutzgesetz ArbSchG (08/1996);
— Arbeitsstättenverordnung (08/2004);
— Arbeitsstättenregeln ASR A 3.4/3;
— Leitungsanlagenrichtlinie LAR (März 2007);
— Muster-Versammlungsstättenverordnung MVStättV (06/2005);
— DIN EN 1838: 1999 Notbeleuchtung;
— VDE 0100-560: 2013-10;
— DIN EN 50172 bzw. E VDE 0108-100:2018-12;
— VDE 0100-718: 2005-10 (Bauliche Anlagen für Menschenansammlungen);
— DIN VDE 0100-710.560.9:2012-10.
Der genaue Umfang der Sicherheitsbeleuchtung ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept. Demnach erhalten folgenden Räume eine Sicherheitsbeleuchtung:
— Gasträume;
— Ausgabe;
— Windfang;
— Flure;
— Spüle/Küche;
— Technikräume.
Vor den Notausgängen werden Piktogramme vorgesehen, im Außenbereich je eine weitere Sicherheitsleuchte. Es werden Einzelbatterieleuchten eingesetzt, die durch einen Controller überwacht werden. Dieser ist im Raum Technik 2 verortet.
Blitzschutz- und Erdungsanlage Äußeres Blitzschutzsystem: Ein äußerer Blitzschutz mit Blitzschutzklasse II nach DIN VDE 0185-305-3 wird für das Gebäude geplant. Inneres Blitzschutzsystem Für Überspannungsschutzeinrichtungen (ÜSE), die in elektrischen Anlagen bis 1 kV AC zum Einsatz kommen, gelten die DIN VDE 0185-4, EN 61643-11, IEC 61643-1:1998, DIN VDE 0100-443:2002-01, VDE 0675-6-11, VdS 2833. Beim Bau eines äußeren Blitzschutzsystems ist gemäß DIN VDE 0185-4 ein innerer Blitzschutz bei allen Verteilungen (UV) zwingend vorgeschrieben. Deshalb werden ÜberspannungSchutzeinrichtungen (ÜSE) gemäß DIN VDE 0100-534 in den neuen elektrischen Anlagen (UV) des Gebäudes installiert. In einem koordinierten SPD-System müssen hintereinander geschaltete SPDs energetisch koordiniert sein (DIN VDE 0185-305-4, C.3.4, DIN VDE 0100-534). Aus diesem Grund sind bereits vorhandene Fabrikate weiter einzusetzen. Generell erhalten Steckdosen für PC-Anwendungen keinen Überspannungsschutz gemäß Überspannungskategorie II nach DIN VDE 0110/IEC Publ. 664.
Gefahrenmelde- und Alarmanlagen Zur Gruppe der Gefahrenmeldeanlagen gehören nach DIN VDE 0833 Brandmelde- (BMA) und Einbruchmeldeanlagen (EMA). Letztere kommt nicht zum Einsatz. Brandmeldeanlage: Für das Gebäude wird eine Brandmeldeanlage vorgesehen. Die Melder werden in die bestehende BMA des Krankenhauses (Bosch) eingebunden. Gemäß Brandschutzkonzept wird ein Vollschutz gefordert. Ausgenommen sind entsprechend DIN VDE 0833-2 WC-
Räume, jedoch nicht deren Vorräume. Des Weiteren kann gemäß Brandschutzkonzept auf eine Überwachung der Kühl und Tiefkühlräume sowie des Versorgungskanals verzichtet werden. Im Bereich Küche, Spüle sowie im Vorraum der Kühlzellen werden aufgrund der zu erwartenden Störgrößen Wärmemelder eingesetzt. Alle weiteren Räume (inklusive der Zwischendecke) werden mit Rauchmeldern ausgerüstet. Zur Trennung von Hin- und Rückweg der Ringleitung kann einerseits der Zugang vom Hauptgebäude und andererseits der neue Medienkanal genutzt werden.
Übertragungsnetze Für die IT-Technik (Informations- und Telekommunikationstechnik für Sprache und Daten) wird ein universell nutzbares, dienstneutrales, strukturiertes, standardkonformes Netzwerk nach EN 50173 erstellt, welches an die Hauptverteilung des KH Leonberg über LWL angebunden wird. Die Zuleitung erfolgt durch das 1. UG das Hauptgebäudes über den Lagerbereich (Südflügel) und von Dort über den Medienkanal in das Cafeteria-Gebäude. Die genaue Trassenführung im Bestand ist durch den AN zu erkunden.