Beschreibung der Beschaffung
Hintergrund
Das kosovarische Bildungs- und Berufsbildungssystem ist geprägt von Praxisferne und mangelnder Einbeziehung der Privatwirtschaft. Zudem bereitet es junge Schüler*innen nicht auf die Berufswelt im Sinne einer guten Berufsorientierung und -beratung vor. Deshalb sind junge Kosovar*innen häufig nicht ausreichend oder fehlqualifiziert, was sich in einer hohen Jugendarbeitslosigkeit widerspiegelt.
Die unzureichende Beschäftigungsfähigkeit kosovarischer Jugendlicher hat einen Mangel an qualifizierten Fachkräften zur Folge und unterminiert die Chancen auf ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in Kosovo. Das Vorhaben „Fit for Jobs“ zielt daher darauf ab, sowohl die Ausbildungsreife kosovarischer Jugendlicher in allgemeinbildenden Schulen der unteren Sekundarstufe als auch die Qualität der beruflichen Bildung und der Arbeitsmarktdienstleistungen zu verbessern und stärker am Arbeitsmarkt auszurichten.
Zielgruppen des Vorhabens sind Jugendliche von 15 bis 20 Jahren, die sich in der unteren Sekundarstufe (Klasse 9, geschätzt etwa 80 000 Jugendliche) oder in der beruflichen Ausbildung (Klassen 10-12, etwa 43 000 Jugendliche) befinden sowie junge Frauen und Männer von 15 bis 29 Jahren, die inaktiv oder informell beschäftigt sind. Die Zahl der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren, die weder in Aus- oder Fortbildung sind noch arbeiten betrug 2019 gemäß Kosovo Agency of Statistics 56 000 junge Männer und 55 000 junge Frauen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Bildungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen benachteiligter Bevölkerungsgruppen (insbesondere Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter), aus Rückkehrerfamilien sowie von jungen Menschen mit besonderen Lernbedürfnissen. Die Beteiligung von Mädchen und jungen Frauen an den Bildungsangeboten erhalten über spezielle Förderangebote ebenso besondere Aufmerksamkeit. Rückkehrer*innen sind ein signifikanter und sichtbarer Teil der Gesellschaft.
Mittler sind Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen der Klassen 9 sowie an Berufsschulen (Klassen 10-12), Ausbilder*innen der ausbildenden Unternehmen, Fach- und Führungskräfte der Ministerien, Schulbehörden, Kammern und Verbände, der lokalen Arbeitsämtern und der Beschäftigungsagentur sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Nichtregierungs-organisationen (NROs).
Durchführungspartner sind das kosovarische Ministerium für Bildung und Wissenschaft (Ministry of Education and Science, MES) und das Ministerium für Arbeit und Soziales (Ministry of Labour and Social Welfare, MLSW).
Kontext
Um die Beschäftigungsfähigkeit kosovarischer Jugendlicher zu verbessern, werden die individuellen und organisatorischen Kapazitäten der Schulen, der kosovarischen Arbeitsagentur und der lokalen Arbeitsämter sowie der Unternehmen und Institutionen des Privatsektors gefördert. Das aktive Engagement von Unternehmen in der beruflichen Bildung, die Einführung von Schulentwicklungsplänen, die Integration von arbeitsmarktrelevanten regulären und außerschulischen Angeboten in Sekundar- und Berufsschulen sowie die Organisation und Entwicklung der Arbeitsagentur unterstützen die Reformen in den Partnerorganisationen. Die systemische Verankerung erfolgt durch Politikberatung bei der Gestaltung von Strategien, Gesetzen und Verordnungen sowie durch die Initiierung und Begleitung von Kooperationsmechanismen relevanter staatlicher und nicht-staatlicher Akteure. Ein besonderer Schwerpunkt der Projektaktivitäten liegt in der Unterstützung der Reintegration von Rückkehrern.
Bei der Umsetzung wird auf die Erfahrungen aus 2 Vorgängerprojekten in den Bereichen Grundbildung, Berufsbildung und Jugendbeschäftigungsförderung zurückgegriffen.
Ziel des Vorhabens ist es, die Beschäftigungsfähigkeit der kosovarischen Jugend zu verbessern.
Das Vorhaben beinhaltet 4 Outputs.
— Output 1 zielt darauf ab, die Ausbildungsreife von Jugendlichen in der unteren Sekundarstufe (Klasse 9) über die gezielte Förderung von Lebenskompetenzen und eine gute Berufsorientierung zu verbessern,
— Output 2 zielt darauf ab, durch eine gezielte Beteiligung der Wirtschaft an beruflichen Ausbildungsgängen diese besser an den Bedarfen des Arbeitsmarktes auszurichten. Ausgebildete Ausbilder*innen in Betrieben ermöglichen hierbei einen erfolgreich abgeschlossenen betrieblichen Teil der Ausbildung,
— Output 3 verfolgt das Ziel, die Orientierung der (beruflichen) Ausbildung am Arbeitsmarkt an Ministerien und nachgeordneten Institutionen zu verankern,
— Output 4 soll die Qualität von Arbeitsmarktdienstleistungen erhöhen durch die bessere Orientierung von Arbeitsmarktmaßnamen auf die speziellen Bedürfnisse von Jugendlichen, Minderheiten und Rückkehrer*innen und den Fachkräftebedarf von Arbeitgebern.
Das Vorhaben hat eine Laufzeit von 1.6.2021 bis 31.3.2024 mit einem Gesamtvolumen von 7,2 Mio. EUR.
Die ausgeschriebenen Dienstleistungen dienen zur vollständigen Zielerreichung des Outputs 2 und leisten darüber hinaus auch Teilbeiträge zur Erreichung des Output 1 und Output 3.
Aufgaben der Consultants
Dienstleistungen des Auftragnehmers werden in folgenden 4 Arbeitspaketen erbracht:
— Arbeitspaket 1: Unterstützung von Berufsschulen in der Umsetzung von kooperativer Ausbildung,
— Arbeitspaket 2: Qualifizierung von Berufsschullehrerinnen und -lehrern,
— Arbeitspaket 3: Unterstützung von Wirtschaftsverbänden und Kammern zur aktiven Beteiligung an beruflicher Ausbildung,
— Arbeitspaket 4: Umsetzung von Angeboten der Berufsorientierung an Berufsschulen,
Zur Leistungserbringung stellt der Auftragnehmer jeweils einen internationalen und einen nationalen Langzeitexperten sowie einen Pool internationaler und nationaler Kurzzeitfachkräfte für Beratungsaufgaben, Trainings und Personalentwicklungsmaßnahmen und beschafft Sachmittel in geringem Umfang.