Beschreibung der Beschaffung
Serviceleistungen für das IT-System des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz und dessen mögliche Erweiterungen, insbesondere die Übernahme der Betriebsverantwortung für das IT-System und Weiterentwicklung des operativen IT-Betriebes beim Auftraggeber durch Werk- oder Dienstleistungen.
Die im BMJV betriebene Informations- und Kommunikationstechnik basiert überwiegend auf einer aus Clients und Servern bestehenden Bürokommunikation. Zurzeit verfügt das BMJV über insgesamt rund 1 000 Bildschirmarbeitsplätze. Diese bestehen aus rund 720 Notebooks und etwa 300 Thin Clients. Die Nutzer der Thin Client-Arbeitsplätze haben zumeist zusätzlich einen Thin Client-Arbeitsplatz im Homeoffice.
Wesentliche Elemente der aktuellen IT-Architektur des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz sind:
— Überwiegend auf aktiven Komponenten der Fa. Cisco basierende Ethernet-Netzwerkarchitektur mit Lichtwellenleiter- und Kupferverkabelung (100-1 000 MBits/s im Client-Bereich und 10 Gigabit-Ethernet im Backbone); Storage-Integration über Fiber Channel over Ethernet; Diverse Elemente der Netzwerksicherheit (NAC, Monitoring, Firewall, VPN, etc.),
— Bürokommunikationssystem in Client-Server-Architektur mit Windows- und Linux-Betriebssystemen im Client- und Serverbereich (Windows Server mit ca. 200 Servern und ca. 1 000 Clients); davon ca. 720 Notebooks mit Windows 10 und VPN-Zugang zum BMJV und ca. 300 Thin Clients in einer VMWare-Virtualisierungsumgebung,
— Zentrale Softwareverteilung für Windows-Clients (Baramundi),
— Interne und externe E-Mail-Kommunikation (Microsoft Exchange Server und Outlook),
— Interne und externe Datenkommunikation überwiegend über Netze des Bundes (NdB; Internet, Intranet, Telematik, Haushalts-Kassen- und Rechnungswesen, externe Datenbanken, Anbindung an juris, Bund-TV),
— Relationale Datenbanksysteme (Oracle, MSSQL Server, MySQL, PostgreSQL, Access),
— Dokumentenmanagement-System (OpenText DOMEA),
— Zutritts- und Zeiterfassungssystem,
— Elektronisches Personal-, Organisations- und Stellenverwaltungssystem (derzeit Bundesverwaltungsamt EPOS),
— Translation Memory und Terminologieverwaltungssystem (SDL Trados Studio); Auftragsverwaltungssystem (AVS) für den Sprachendienst,
— Verfassungsarchiv (Dokumentenbibliothek auf Basis Windows Sharepoint Services),
— One Identity Manager zur Verwaltung der Identitäten im Active Directory,
— Ticketsystem (OTRS).
Darüber hinaus werden weitere Dienste und Anwendungen betrieben.
Für dieses System ist beabsichtigt, für eine Dauer von 4 Jahren, maximal zweimal verlängerbar um je ein Jahr, einen EVB-IT Servicevertrag über folgende Serviceleistungen zu vergeben:
a.) Verantwortlicher Betrieb des IT-Systems des BMJV, namentlich:
— Installation, Konfiguration und Pflege der Hard- und Software der Desktop-Systeme, Thin Clients und Notebooks,
— Installation und Betrieb der Server einschließlich Monitoring, Sicherheits- und Patchmanagement,
— Betrieb und Überwachung des internen Netzwerkes sowie der externen Netzanbindung,
— Störungsbeseitigung,
— Betrieb und Verwaltung der im Haus genutzten Software-Anwendungen,
— Betreuung der im BMJV betriebenen Datenbanken.
b.) Hotline (First- und Second-Level-Support)
c.) Betreuung und Unterstützung von Telefon- und Videokonferenzen
d.) Vor-Ort-Service innerhalb definierter Geschäftszeiten
e.) Rufbereitschaft für einen erweiterten Zeitraum außerhalb der Vor-Ort-Service-Zeiten
f.) Betrieb des im BMJV vorhandenen Datensicherungssystems
g.) Dokumentation
Im Wesentlichen sollen die Leistungen durch eine monatliche Pauschale abgegolten werden. Darüber hinaus wird die beratende und durchführende Mitwirkung bei der Weiterentwicklung des operativen IT-Betriebes im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz erwartet, welche nach Bedarf in Form von Sonderaufträgen getrennt vergütet wird. Das BMJV berücksichtigt dabei auch Open Source Software.
Ausführungsbedingungen:
Die Leistungen sind grundsätzlich beim Auftraggeber vor Ort in der Dienststelle Berlin mit den Liegenschaften Mohrenstr. 37, Friedrichstr. 191 und Leipziger Str. 127 zu erbringen. Die Anwendung von Fernwartungs-/-administrationsverfahren ist nur im Ausnahmefall nach ausdrücklicher Genehmigung des Auftraggebers zulässig. Es ist stets qualifiziertes Personal mit anforderungsgerechten Fach- und deutschen Sprachkenntnissen in ausreichender Anzahl einzusetzen, das sich einer förmlichen Verpflichtung und Sicherheitsüberprüfung (SÜG) zu unterziehen hat. Die gesamte mündliche und schriftliche Kommunikation zwischen dem Auftraggeber und dem Auftragnehmer einschließlich seiner Erfüllungsgehilfen und Vertretungspersonen erfolgt in deutscher Sprache.