Beschreibung der Beschaffung
ALLGEMEINE BAUBESCHREIBUNG
1.0 Allgemein
Gegenstand der Planung ist die denkmalgerechte Sanierung und Modernisierung, sowie der Umbau
des Kornhauses in Kirchheim unter Teck.
Bei dem Gebäude handelt es sich um einen großen, langgestreckten, viergeschossigen Massivbau
aus dem Jahre 1540- 53. Beim großen Stadtbrand 1690 ist das Kornhaus im Innern vollständig
ausgebrannt. Es wurde 1696 wieder instandgesetzt.
In die stehen gebliebene massive Gebäudehülle wurde eine mehrgeschossige selbstragende Holzkonstruktion
implantiert. Das Kornhaus ist vollständig unterkellert. Bei dem Untergeschoss handelt es
sich um einen in seiner Dimension und Proportion beeindruckenden Gewölbekeller.
Im Laufe seiner langen Geschichte diente das Gebäude dem Hause Württemberg als Kornhaus und
ab 1851 der Stadt Kirchheim unter Teck als Kornmarkt, Turnhalle, Lager, Feuerwehrmagzin und zuletzt
ausschließlich kulturellen Zwecken. Das Erdgeschoss wurde als Wechselausstellungsraum für
Gegenwartskunst genutzt. Die oberen Geschosse beherbergten das Stadtmuseum.
Neben der Martinskirche und dem Schloss ist es das größte und mithin signifikanteste Bauvolumen im
Zentrum der Stadt.
Die Gesamtbaumaßnahme wird in 2 Bauabschnitten ausgeführt.
Im 1.Bauabschnitt wird das Kornhaus vom EG bis DG saniert, instandgesetzt und modernisiert.
Der erste Rettungsweg, Treppenhaus Ost, sowie ein Aufzug werden bis in das UG geführt. Dadurch
wird die vollständige Funktionsfähigkeit des Gebäudes von EG bis DG bis zum Abschluss der
Gesamtmaßnahme gewährleistet.
Im 2.Bauabschnitt wird nach dem Ausbau des Blockheizkraftwerks der Gewölbekeller von allen
restlichen nachträglichen Einbauten befreit und das Natursteingewölbe saniert
Alle geplanten Maßnahme werden dem Denkmalschutz des historischen Gebäudes angemessen
gerecht saniert. Des Weiteren wird das Gebäude bauphysikalisch und brandschutztechnisch ertüchtigt.
Das Baugrundstück befindet sich im Zentrum von Kirchheim, zwischen der Fußgängerzone
Max-Eyth-Straße und dem Martinskirchplatz gelegen. Das Gelände weist geringfügiges Gefälle in Ost/
West- und Nord/ Süd- Richtung aus.
Die Baustellenzufahrt wird über den Martinskirchplatz erfolgen.
Die Lagerflächen sind, der innerstädtischen Situation und den Eigentumverhältnissen geschuldet,
beengt. Die im Besitz der Stadt Krichheim betreffenden Flächen, vor allem im Norden des Kornhauses
sind begrenzt. Das Grundstück des Martinskirchplatzes ist im Bestiz der evangelischen Kirche. Es
werden BE- Flächen von der evangelischen Kirche angemietet.
Die geplante Baustellenzufahrt und die Lagerflächen sind der beigefügten Skizze zu entnehmen.
Die neue Außentreppe, von UG bis EG, Ausführung im 1.BA, ist zwischen Max-Eyth-Haus und
Kornhaus positioniert. Sie befindet sich auf dem Gebiet eines aufgegeben, historischen Friedhofs.
Archäologische Grabungen bzw. Untersuchungen werden erforderlich. Sie sind so geplant, dass sie
sich ohne terminliche Störungen in den Bauablauf einfügen.
1.1 Baurecht, Denkmalschutz
-Bauliche Anlagen und Räume besonderer Art der Nutzung § 38 LBO
-Eingetragenes Kulturdenkmal mit besonderen Bedeutung gemäß § 2 (i.V.m. § 28 DSchG)
-Gebäude mit einer Höhe bis 13,00 m und Nutzungseinheiten mit jeweils nicht mehr als 400 qm
Gebäudeklasse 4, gemäß §2 LBO BW
1.3 Denkmalschutz / denkmalpflegerische Maßnahmen
Das Kornhaus steht unter Denkmalschutz und unterliegt damit dem besonderen Schutz des Denkmalschutzgesetzes
Lage, Flächen und Volumen
Gebäudegrundfläche: ca. 40,80 x 14,70 m
Traufhöhe: ca. 11,30 m bzw. 11,70 m (bezogen auf OK Fußboden EG)
Firsthöhe: ca. 20,300 m bzw. 20,50 m (bezogen auf OK Fußboden EG)
First in Ost-/ West- Richtung
Erdbebenzone 0, DIN 4149: 2005-04
DIN 4149: 1981-04 Erdbebenzone
EFH 312,34 m ü.NN.
3 Vollgeschossen
ein Dachgeschoss mit zwei Ebenen
Vollunterkellerung mit Gewölbe im Bestand
Nutzfläche, gesamt ca. 1.800 qm
BGF, gesamt ca . 3.430 qm
BRI, Gesamt cs. 14.580 cbm
Die gesamte Elektro- und Sicherheitstechnik sowie das Datenübertragungsnetz werden komplett neu
aufgebaut. Als Besonderheit ist die Beleuchtung der Ausstellungsflächen und Verkehrswege zu beachten.
Diese Leuchten werden im Rahmen einer separaten Ausschreibung beschafft, installiert und in Betrieb
genommen. Die Elektrotechnik stellt die Verkabelung und die Steuerung (inkl. Programmierung) zur
Verfügung. Die Lichtsteuerung steuert etwa 900 Leuchten.
Die elektrotechnische Versorgung erfolgt über eine NSHV, die im UG aufgestellt wird und fünf Unterverteiler
für die Ebenen UG, EG, 1.OG, 2.OG und DG. Die ebenenübergreifende Verkabelung erfolgt über einen
Installationsschacht auf der westlichen Seite des Gebäudes; zwischen den Achsen 2 und 3. In diesem
Bereich stehen auch die Unterverteiler. Die Verkabelung innerhalb der Ebenen erfolgt im Wesentlichen über
die Decken bzw. in den Böden. In den Holzdecken werden Unterflurkanäle auf den Brettstapeldecken
zwischen den Lagerhölzern installiert. Diese werden mit Zugdosen, von denen Leerrohre zu Auslässen in der
Decke oder zu den Wänden führen, zu einem Trassierungssystem ergänzt. Im EG liegen die Kanäle und
Unterflurdosen in der Estrichebene. Die Zuleitungen zu den Leuchten verlaufen ausgehend von der
Unterverteilung der Ebene über den Steigebereich (Achse 2 bis 3) in das Unterflurkanalsystem der
darüberliegenden Ebene bis zur Zugdose, die dem Leuchtenauslass am nächsten liegt. Von dort werden
Leerrohre bis zum Auslass verlegt. Die Bohrungen durch die Holzdecken werden durch die Elektrotechnik
erstellt. Die Bohrungen durch die Bodenplatte des EG und das darunterliegende Gewölbe werden durch den
Hochbau ausgeführt.
Ein zweiter Steigebereich befindet sich auf der östlichen Seite des Gebäudes zwischen den Achsen 8 und 9.
Dieser ist für die Kabel der IT-Infrastruktur vorgesehen und hat auf jeder Ebene eine Anbindung an das
Kanalsystem im Fußboden.
Bauablauf / Termine
Zur Herstellung des Schachtes zwischen den Achsen 2 und 3 werden im Sommer 2025 die sich dort
befindenden Schornsteine abgebrochen.