BASt - 09.0147 - Risikoanalyse wichtiger Güter- und Transitverkehrsachsen unter Einbeziehung von Seehäfen
Witterungsextreme können Elemente der Straßeninfrastruktur schädigen und Ausfälle im Verkehrsnetz verursachen. Im Zuge des projizierten Klimawandels sollen ungünstige Ereignisse wie Überschwemmungen, Hitzeperioden oder Stürme zunehmen, wodurch die wetterbedingten Risiken für den Straßenverkehr steigen können.
In Anlehnung an die im ERA-NET-ROAD-Projekt "RIMAROCC (Risk Management of Roads in a Changing Climate)" entwickelte Methodik sollen in diesem Projekt die Risiken aus den projizierten Klimaänderungen für ausgewählte Streckenabschnitte im deutschen Teil des TEN (Transeuropäischer Netz) dargestellt werden. Dabei sind Anschlüsse an wichtige Seehäfen ebenso zu berücksichtigen wie Verbindungen zu Nachbarstaaten. Für die identifizierten Risikobereiche sollen Vermeidungs- bzw. Minderungsmaßnahmen diskutiert werden.
Unter Berücksichtigung von Verkehrsströmen auf den TEN-Strecken innerhalb Deutschlands, sowie regionalen Klimaprojektionen, werden zu untersuchende Streckenabschnitte durch den Auftragsgeber vorgegeben. In der Summe sollten diese Strecken etwa bis 10 % des Autobahnnetzes ausmachen. Die Ergebnisse BASt-eigener Vorläuferprojekte zur Kritikalität von Brücken, rutschgefährdeten Hängen oder Aquaplaning-Gefahrstellen bzw. die Vernetzung von regionalen Klimaprojektionen mit Straßen- und Bauwerksdaten sollen in die Analyse einbezogen werden.
Innerhalb der Vorgehensweise nach dem RIMAROCC - Guidebook soll untersucht werden, welche Ereignisse auftreten können, welche Elemente der Straßeninfrastruktur im Verlauf der ausgewählten Strecken davon betroffen sind und welche Folgen auftreten können (z.B. Hitzeperioden–Spurrinnen, Blow Up, Zwangsspannungen in Brückenbauwerken, Setzungen und Rissbildung im Bankett- und Böschungsbereich, Brandgefahr angrenzender Wälder; Starkniederschläge–Aquaplaning, Überschwemmungen, Überlastung der Straßenentwässerung, Hangrutschungen, Schneefälle; Sturm und Starkwinde–Lärmschutzwände, Schilderbrücken, LSA etc.). Unter Zugrundelegung verschiedener Emissionsszenarien und deren regionaler Projektionen im streckenbezogenem Landschaftsausschnitt sollen Angaben zur Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Extremwetterlagen getroffen werden. Die hierfür erforderlichen Projektionsdaten werden bereitgestellt.
Die möglicherweise aus extremen Wetterereignissen resultierenden Störungen der Straßeninfrastruktur und des Verkehrsflusses sollen ermittelt werden. Darüberhinaus sind die sich ergebenden volkswirtschaftlichen Schäden (z.B. Ausfall von Fahrbahnen und Ingenieurbauwerken, Störung der Warenströme und des Individualverkehrs) darzustellen. Unter Berücksichtigung der ermittelten Wahrscheinlichkeiten ist schließlich das Risiko der einzelnen Streckenabschnitte zu ermitteln und zu bewerten. In die Risikoanalyse sind potenzielle Alternativrouten mit einzubeziehen.
Aufbauend auf den für die einzelnen Streckenabschnitte ermittelten Risiken sollen Schwellenwerte benannt werden, ab deren Überschreitung Maßnahmen getroffen werden müssen, um das jeweilige Risiko zu vermindern oder ganz zu vermeiden. Art und Wirksamkeit der Maßnahmen sind darzulegen.
Bei der Kalkulation der Aufwendungen ist zu berücksichtigen, dass Abstimmung mit min. 3 benachbarten Ländern erfolgen wird, somit sind entsprechende Reisekosten einzuplanen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-10-05.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-08-13.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2011-08-13
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Auftragsbekanntmachung
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