FE 04.0252_2011_CRB. Überprüfung der Übertragbarkeit von -bauvertraglichen- Mindestanforderungen von Messergebnissen verschiedener dynamischer Griffigkeitsmesssysteme
Zur Erfassung der Griffigkeit von Fahrbahnoberflächen kommen neben dem Seitenkraftmessverfahren (SKM) auch weitere dynamische Messsysteme bei der Eigenüberwachung, der Erfassung der Griffigkeit im Rahmen von Zustandserfassungen sowie Gutachten mit verschiedenen Schwerpunkten zum Einsatz.
In der Praxis der Griffigkeitsmessungen haben sich verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Messprinzipien (Messung der Seitenkraft bzw. Messung der Längsreibungskraft als Grundlage für die Ermittlung des Kraftschlussbeiwertes) etabliert, die unterschiedliche Vor- bzw. Nachteile haben.
Durch die von der Europäischen Union angestrebte Harmonisierung der Griffigkeitsmesssysteme werden unweigerlich Übertragungsformeln zwischen den unterschiedlichen Messprinzipien der verschiedenen Griffigkeitsmesssysteme oder Berechnungsmodelle erforderlich, die eine "Konvertierung" der Ergebnisse des einen Systems in ein anderes, möglicherweise auch einen "Common Scale" erlauben.
Derzeit existieren in Deutschland nur für das SKM Anforderungswerte zum Zeitpunkt der Abnahme und der Verjährungsfrist für die Mängelansprüche sowie Warn- und Schwellenwerte im Rahmen des Erhaltungsmanagements und dementsprechend ein ausreichender Bewertungshintergrund. Für die Sicherstellung einer einheitlichen Beurteilung bzw. Bewertung der Griffigkeit und somit einer Gewährleistung der Verkehrssicherheit ist eine Übertragbarkeit der Ergebnisse der verschiedenen dynamischen Griffigkeitsmesssysteme notwendig. Dies gilt vor allem für Messungen in Abschnitten, in denen das SKM an ihre Einsatzgrenzen stößt sowie für Messungen, die im Rahmen der Eigenüberwachung durch die bauausführenden Firmen beauftragt oder durchgeführt werden. Allerdings kann aufgrund der bisher durchgeführten Messungen sowie vorliegenden Messergebnisse derzeit noch keine Übertragung zwischen den Ergebnissen verschiedener Griffigkeitsmessverfahren erfolgen.
Im Rahmen dieses Projektes sollen die Eigenschaften von den wichtigsten in Mitteleuropa eingesetzten kontinuierlich messenden Griffigkeitsmesssystemen, wie beispielsweise dem Seitenkraftmesssystem SKM (SCRIM-Derivat) und dem längskraftmessenden GripTester sowie dem ROADStar® (SRM basierendes System), direkt miteinander verglichen werden. Um die Einflüsse wie z.B. Spurlage, Zeitpunkt der Messung etc. zu untersuchen, könnte ein in der BASt verfügbares Messfahrzeug, das mit den beiden Messsystemen (SKM und SRM) ausgerüstet ist, modernisiert oder jeweils eine der beiden Messeinrichtungen in ein bestehendes Messgerät eingebaut werden und für die Vergleichsmessungen eingesetzt werden. Dadurch ist zwischen den beiden Verfahren eine zeit- und ortsgleiche Messung der Griffigkeit gewährleistet.
Durch den direkten Vergleich von diesen beiden unterschiedlichen Messprinzipien (Längskraft- sowie Seitenkraft-) können die Messwerte bezüglich ihrer Aussagekraft zur Griffigkeit bei unterschiedlichem Griffigkeitsniveau sowie unterschiedlicher Textur von Straßenoberflächen, zusätzlich im Vergleich zu real gebremsten Fahrzeugen, sowie zur Wiederholbarkeit beurteilt werden. Aspekte der Wirtschaftlichkeit der beiden Messsysteme, unter verschiedenen Randbedingungen, können ebenfalls dabei betrachtet werden.
Des Weiteren hat sich bei bisherigen Auswertungen gezeigt, dass die derzeit verwendeten Mittelwerte über 100 m-Abschnitte nicht für alle Fragestellungen aussagekräftig genug sind. Daher sind im Rahmen dieses Projektes ebenfalls Vorschläge für andere Auswerteabschnittslängen zu erarbeiten, dabei kann auch die Art der Mittelwertbildung modifiziert werden, z.B. gleitender Mittelwert über verschiedenen Abschnittslängen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-02-13.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-12-20.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2011-12-20
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Auftragsbekanntmachung
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2014-03-26
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Ergänzende Angaben
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2014-03-26
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Ergänzende Angaben
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