FE 07.0250_2011_LRB Einsatz von Rejuvenatoren bei der Wiederverwendung von Asphalt

Bundesanstalt für Straßenwesen

Die bauliche Erhaltung der Bundesfernstraßen und Bundesautobahnen ist eine zentrale Aufgabe der Straßenbauverwaltungen.
Die Wiederverwendung des bei Erhaltungsmaßnahmen anfallenden Ausbauasphaltes erfolgt bisher vorzugsweise in der Asphalttrag- bzw. Asphaltbinderschicht. Durch die Verhärtung der Bindemittel im Ausbauasphalt wird deren Verwendbarkeit eingeschränkt. Bei der Verwendung in Asphalttragschichten wird sogar die Verhärtung im neu hergestellten Asphaltmischgut toleriert, indem das resultierende Bitumengemisch der nächst härteren Bindemittelsorte entsprechen darf. In den nächsten Jahren werden zudem vermehrt Ausbauasphalte anfallen, denen bereits Asphaltgranulat bei ihrer Herstellung zugegeben wurde. In solchen Ausbauasphalten ist mit einer erhöhten Alterungsbeanspruchung des darin enthaltenen Bitumens zu rechnen, die wiederum besondere Maßnahmen zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften notwendig machen. Die Wiederverwendung von Asphalt auf einem hohen Niveau der Wertschöpfung ist erklärter Wille der Europäischen Kommission, die eine Wiederverwendungsrate für Baustoffe von bis zu 100 % anstrebt.
Obwohl bereits hohe Wiederverwendungsraten in Asphalttrag- und z.T. auch in Asphaltbindermischgut erzielt werden, ist darüber hinaus eine größtmögliche Wiederverwendung von Ausbauasphalt auch in Asphaltdeckschichten anzustreben. In Einzelfällen wurde gezeigt, dass durch Einsatz von speziellen Zugabestoffen (Rejuvenatoren) eine Reduktion von oxidierten Bitumenbestandteilen bei gleichzeitiger Optimierung des vorhandenen Kolloidsystems erzielt werden kann, wodurch der Einsatz von Ausbauasphalt auch für die Anforderungen einer Asphaltdeckschicht ohne Qualitätseinbußen in größeren Mengen möglich wird. Diese Zugabestoffe würden auch bei einer Wiederverwendung des Ausbauasphaltes in Asphaltbinder- und Asphalttragschichten zu einer qualitativen Verbesserung führen.
Im Rahmen des Projektes sollen die Zugabe von derartigen Rejuvenatoren und andere in der Praxis angewendete Methoden systematisch vergleichend untersucht werden.
Mitte der 90-er Jahre konnte bereits in Laborversuchen gezeigt werden, dass die Verjüngung von stark verhärtetem Bitumen durch Einsatz von Fluxölen grundsätzlich möglich ist. Solche Produkte werden inzwischen auf dem deutschen Markt angeboten.
Ein erfolgreicher Einsatz dieser Produkte zielt auf den folgenden Nutzen ab:
— Wiederverwendung von Ausbauasphalt auf quantitativ und qualitativ hohem Wertschöpfungsniveau,
— Verbesserung der physikalischen Eigenschaften von Binder- und Tragschichten, die unter Verwendung von Ausbauasphalt hergestellt werden,
— Einsatz von größeren Mengen Ausbauasphalt in Asphaltdeckschichten ohne Qualitätseinbußen infolge der höheren Beanspruchungen infolge von Oberflächeneinflüssen (UV-Strahlung, Sauerstoffeinfluss, Temperatur, etc.),
— Verlängerung der Lebenszyklen durch Reduktion von oxidierten Bitumenbestandteilen,
— Sicherstellung mehrfacher Lebenszyklen ohne Qualitäts-Einbußen.
Ziel des Vorhabens ist es, die Wirksamkeit und die Wirtschaftlichkeit dieser Produkte, die eine erhebliche Steigerung der Effizienz und der Nachhaltigkeit der Asphaltbauweise erwarten lassen, zu überprüfen.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-02-13. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-12-22.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-12-22 Auftragsbekanntmachung
2012-08-20 Bekanntmachung über vergebene Aufträge