FE 05.0166_2011_ERB. Ressourcenschonung – Bedingungen für die Verwendung organogener und weicher Böden sowie von Sekundärbaustoffen als Massenbaustoffe im Erdbau. Kurztitel Ressourcenschonung – Massenbaustoffe im Erdbau
In der heutigen Erdbaupraxis werden noch immer bevorzugt hochwertige mineralische Baustoffe eingesetzt. Die Verwendung von RC-Baustoffen und industriellen Nebenprodukten (Sekundärbaustoffe) findet nur zögerlich statt. Aber auch vor Ort anstehende, bautechnisch scheinbar weniger geeignete Böden, z.B. mit organischen Beimengungen oder weicher Konsistenz, werden auf Deponien abgelagert und durch Kies und Sand aus Gewinnungsbetrieben ersetzt. Durch restriktive Auflagen bei der Genehmigung von Gewinnungsstätten ist eine Verknappung mineralischer Baustoffe absehbar. Auf der anderen Seite ist es umweltpolitisch gewollt und eingeleitet, Deponieraum zu verknappen und die Verwertung zu bevorzugen. Für eine nachhaltige und effiziente Materialverwendung im Erdbau müssen die Anwendungsvoraussetzungen durch gesetzliche Regelungen und Umsetzung im straßenbautechnischen Regelwerk geschaffen werden. Dabei müssen insbesondere die bautechnischen und umweltspezifischen Belange aufeinander abgestimmt werden. Ziel der Forschung ist es, durch den Nachweis der Machbarkeit und die Schaffung der Anwendungsvoraussetzungen die Grundlage für eine ressourcenschonende Verwendung von Massenbaustoffen im Erdbau zu schaffen.
Gemäß Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetz besteht die Verpflichtung, Böden, Recyclingbaustoffe und industrielle Nebenprodukte zu verwerten, wenn dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist. Die europäischen Regelungen hierzu sehen eine Verwertungsquote von 70 % vor. Das Ziel die Verwertungsquote in Deutschland zu erhöhen, wird nur erreichbar sein, wenn die Anwendungsbedingungen für den Einsatz dieser Materialien klar geregelt sind. Durch die Verwendung örtlich anstehender Böden und Sekundärbaustoffe werden natürliche Ressourcen geschont, Transportwege minimiert und Deponierung vermieden. In Teilprojekten soll die Machbarkeit der Verwendung örtlich anstehender, erdbautechnisch weniger geeigneter Böden und von Sekundärbaustoffen belegt werden. Die Bedingungen für die Aufbereitung und Behandlung der Böden und Baustoffe sind aufzuzeigen.
Teilprojekt 1: Verwendung organogener und organischer Böden:
Teilprojekt 2: Verwendung fein- und gemischtkörniger Böden mit geringer Konsistenz:
Teilprojekt 3: Verwendung von Sekundärbaustoffen (RC-Baustoffen und industriellen Nebenprodukten).
In allen 3 Teilprojekten sollen Böden oder Baustoffe untersucht werden, die aus objektiven Gründen bzw. wegen Vorbehalten bisher im Erdbau wenig verwendet werden. Aufgabe ist es, für alle 3 Materialgruppen Verfahren für deren ortsnahe Verwendung in geeigneten Erdbauwerken belegbar aufzuzeigen. Die im Erdbau bekannten Verfahren sind die mechanische Bodenverbesserung, die Behandlung mit Bindemitteln und die "konstruktive" Ertüchtigung. Im Rahmen dieser Forschungsarbeit soll speziell für diese Materialgruppen auf die Verfahren eingegangen werden. Dabei soll auch auf mögliche Verknüpfungen der Verfahren im Hinblick auf eine gegenseitige Verbesserung der Materialien gelegt werden. Bei den Bindemitteln für die Bodenbehandlungen sollen auch solche, die unter die Sekundärbaustoffe fallen, berücksichtigt werden.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-04-02.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-02-09.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2012-02-09
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Auftragsbekanntmachung
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2012-03-05
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Ergänzende Angaben
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2013-10-14
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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