FE 06.0100_2012_DRB. Mineralogischer Fingerabdruck zur Identifizierung und Beurteilung von Leistungsparametern

Bundesanstalt für Straßenwesen

Streitfälle auf Baustellen beschäftigen sich oft mit den Fragen nach der Herkunft der verwendeten Gesteinskörnung, der Zusammensetzung des Gesteins und der damit verbundenen Leistungsfähigkeit des Gesteins. Handelsketten und Gemische aus verschiedenen Gesteinskörnungen erweitern diese Fragestellungen. Natürliche Varietäten des im Steinbruch gewonnenen Rohstoffes können zudem teilweise nur unzureichend über die technischen Parameter, wie bspw. die Polierresistenz (PSV) oder den Widerstand gegen Zertrümmerung (SZ / LA), erfasst werden. Ein eindeutiger Rückschluss von einzelnen oder kombinierten technischen Parametern auf den Steinbruch ist zudem nicht möglich.
Im Rahmen des FE 04.0208/2007/CRB [1] wurden Grundlagen geschaffen, um den Mineralbestand und die Struktur des Gesteins mit dem Leistungsparameter Polierresistenz zu verknüpfen. Die röntgenographische Phasenanalyse erwies sich dabei als besonders geeignet, um die unterschiedlichen Mineralbestände von Gesteinen gleicher Bezeichnung zu beschreiben. Zudem zeigen Forschungsergebnisse der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, dass die eindeutige Zuordnung von Rohstoffen zur Gewinnungsstätte anhand eines dort entwickelten „Analytical Fingerprints“ (AFP) möglich ist.
[1]: STEINAUER, WANG (2012): Erhöhung der Verkehrssicherheit durch gute Griffigkeitswerte während der gesamten Gebrauchsdauer von hochbelasteten Straßen (Bd. 1070). Bonn: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.
Die zunehmend hohen Anforderungen an die Straßenbaustoffe und der gleichzeitig vordringliche nachhaltige Einsatz von natürlichen Ressourcen verlangen nach innovativen Ansätzen zur Beschreibung von Gesteinseigenschaften.
Das übergeordnete Ziel ist daher sowohl die Qualitätssicherung von natürlichen Gesteinskörnungen als auch die Vertrauenssteigerung in diesen Baustoff beim Einsatz im Straßenbau. Hierzu sollen Methoden eruiert und ggf. entwickelt werden, welche eine eindeutige Zuordnung des Gesteins zu seiner Gewinnungsstätte zulassen. Des Weiteren soll anhand der zu ermittelnden gesteinsspezifischen Kenngrößen versucht werden, Verknüpfungen zu den im Straßenbau relevanten Leistungsparametern der Gesteine herzustellen. Zudem soll mit den Ergebnissen die Grundlage einer Datenbank geschaffen werden, welche die Verknüpfung des Gesteins anhand bestimmter gesteinsspezifischer Kenngrößen zu seiner Herkunft und seinen Leistungsparametern ermöglicht.
Die Rohstoffstrategie der Bundesregierung verfolgt den Abbau von Handelshemmnissen und die Ressourcenschonung durch den gezielten Einsatz wertvoller natürlicher Ressourcen.
Durch den Aufbau eines Systems zur eindeutigen Identifizierung der im Straßenbau eingesetzten Gesteinskörnungen und der Verknüpfung zu deren Leistungsparametern ist ein gezielterer und somit ressourcenschonender Einsatz zu erwarten. Zudem werden durch den Einsatz eines mineralogischen Fingerabdrucks Handelswege transparent und somit Handelshemmnisse abgebaut.
Für das Erreichen des Projektziels sind die im Folgenden genannten Teilprojekte zu bearbeiten.
Teilprojekt 1: Petrographie/Mineralogie - Auswahl einer geeigneten Methodik.
Teilprojekt 2: Straßenbautechnik - Verknüpfung gesteinsspezifischer Kenngrößen mit Leistungsparametern.
Teilprojekt 3: Informationsverarbeitung - Strukturierung einer Datenbank.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-07-19. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-05-24.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-05-24 Auftragsbekanntmachung
2013-08-12 Bekanntmachung über vergebene Aufträge