FE 07.0254_2011_ERB. Kriterien für die Dauerhaftigkeit von Asphaltschichten – Untersuchungen zur Ansprache des Haftverhaltens

Bundesanstalt für Straßenwesen

Die Adhäsion zwischen Bindemittel und Gesteinskörnung zählt zu den wesentlichen Asphalteigenschaften. Zusammen mit der Kohäsion des Bindemittels kann mangelndes Haftverhalten zu erheblichen Schäden an den Asphaltbefestigungen führen. Aus diesem Grunde besteht die Notwendigkeit für Prüfverfahren, mit denen das Haftverhalten differen-ziert beurteilt werden kann.
In mehreren Forschungsarbeiten wurde ausgeführt, dass die Prüfverfahren, die das Haftver-halten nur an Einzelkomponenten des Asphaltes ansprechen, mit den dabei erhaltenen Kennwerten das Haftverhalten des Baustoffgemisches Asphalt nicht umfassend beschreiben.
Auch mit den bekannten Verfahren zur Ansprache des Haftverhaltens an Asphalten (Spalt-zugfestigkeitsabfall und Quellversuch) ist es ebenfalls nicht möglich eine ausreichend präzise und differenzierte Aussage zum Haftverhalten zu machen.
Die unterschiedlichen Prüfverfahren zur Ansprache des Haftverhaltens greifen in der Regel auf eine Konditionierung der Proben mit Wasser zurück. Alternativ zur Wasserlagerung kann eine Konditionierung, wie sie im Prüfverfahren nach DIN EN 12697-45 (SATS-Test) vorge-sehen ist zielführend sein.
Die Ansprache des Haftverhaltens mit einem zentrischen Zugversuch an prismatischen Asphalt-Probekörpern vor und nach Konditionierung zeigt erfolgsversprechende Ergebnisse, so dass dieses Verfahren mit in die Untersuchungen einzubeziehen ist.
In dem Forschungsprojekt soll untersucht werden, inwieweit mit geeigneten Versuchen das Haftverhalten bei Asphalten differenziert angesprochen werden kann.
Ziel des Forschungsprojekts ist es, die versuchstechnischen Randbedingungen für eine ge-eignete Konditionierung und für Versuche in Bezug auf Einzelkomponenten aber insbeson-dere des resultierenden Asphaltgemisches zu optimieren. Dies ist an einem möglichst breiten Spektrum von Asphalten und deren Ausgangsstoffen zu erproben.
Die Bedeutung des Haftverhaltens in Bezug auf weitreichende Schäden von Asphaltbefesti-gungen ist unbestritten. Wenn es gelingt, das Haftverhalten durch einen Versuch oder auch durch die Kombination verschiedener Versuche prüftechnisch einwandfrei anzusprechen, ließen sich haftverhaltensbedingte Schäden weitestgehend begrenzen. Durch den erarbeite-ten Bewertungshintergrund könnten im Erfolgsfall Anforderungswerte im Rahmen der Asphaltkonzeption vorgeschlagen werden.
Bei der Bearbeitung des Forschungsprojektes sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
— Literaturrecherche und Darstellung der der Vorgehensweise zur Ansprache des Hafterhal-tens international,
— Prüftechnische Ansprache des Haftverhaltens der Komponenten Bitumen, grobe Ge-steinskörnungen, feine Gesteinskörnungen, Füller und auch des Asphaltmörtels,
— Identifizierung von kritischen Asphaltmischgutarten sowie kritischen Komponenten,
— Nachweis und Darstellung der Sensitivität der angewendeten Prüfverfahren, z.B. durch Überprüfen der Wirksamkeit von Haftverbesserern,
— Einfluss der Art der Konditionierung bei Prüfung des Haftverhaltens,
— Herauszuarbeiten des Potentials zur Ansprache des Haftverhaltens unter Kombination von Prüfverfahren, die an einzelnen Komponenten und Prüfverfahren, die am Asphaltgemisch angewendet werden ist,
— Vorschlag für eine Umsetzung als Anforderung im technischen Regelwerk.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-04-10. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-02-16.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-02-16 Auftragsbekanntmachung
2013-09-19 Bekanntmachung über vergebene Aufträge